1984 - Operation Blue Star - Amritsar Ghallughara (ਅੰਮ੍ਰਿਤਸਰ ਘੱਲੂਘਾਰਾ) -

Um den Angriff auf den Sri Harmandir Komplex im Jahr 1984 zu verstehen, muss man die historischen Entwicklungen von 1849 bis 1984 sehr genau betrachten. Oft wird in den Medien berichtet, dass die Indische Regierung 200-240 Widerstandskämpfer (die Indische Regierung sprach von Terroristen) aus dem Akaal Takht und Darbar Sahib töteten, die bewaffnet waren und einen eigenen Staat Khalistan forderten.

Als Vergeltung auf den Angriff des Sri Harmandir Komplex im Juni 1984 durch die Indische Armee, wurde daraufhin die Regierungschefin Indira Gandhi von Ihren zwei Sikh Leibwächtern erschossen. Viel mehr kann man in diesen Kurzfassungen der Ereignisse von 1984, nicht lesen, noch die Zusammenhänge erkennen, die dazu führten.

Was geschah 1984 tatsächlich? Welche Faktoren spielten eine Rolle, dass die Situation sich so verschlechterte, dass es zu dieser Auseinandersetzung kam? Warum hat die Indische Armee den Sri Harmandir Komplex an einem der Hauptfeiertage der Sikhs, (dem Märtyertod des fünften Sikh Gurus, Guru Arjan Dev), angegriffen.

An diesem Tag haben sich Tausende von unschuldige Pilger im Sri Darbar Sahib Komplex aufgehalten. Warum durften alle Pilger rein, aber keiner durfte mehr aus dem Komplex raus? Wann begann der Angriff der Indischen Armee tatsächlich?

Warum hat Indira Gandhi bereits 18 Monate zuvor Spezialeinheiten der Armee an einer Replika des Sri Harmandir Sahibs (Goldenen Tempel) den Angriff üben lassen (nahe Chakrata Cantonment im Doon Valley)? Ein weiteres Trainings-Camp befand sich in der Sarsawa Gegend und Yamuna, wo Hubschrauber mit schwerem Geschütz umgebaut wurden, wobei sich Jarnail Singh Bhindranwale und seine Männer 1982 noch gar nicht im Sri Harmandir Complex befanden?

Als sich Bhindranwale und seine Männer im Sri Harmandir Complex aufhielten, forderten sie NICHT Khalistan, dies ist historisch belegbar. Jarnail Singh Bhindranwale sagte, wenn die Indische Armee den Sri Harmandir Complex angreifen sollte, wäre die Grundlage für ein Khalistan gelegt. Welche Bitten und Forderungen hatten die Sikhs gegenüber der Indischen Regierung? Welche Falschmeldungen wurden danach weltweit verbreitet?

Welche Auswirkungen hatte dieser Angriff auf das Heiligtum der Sikhs, das gemeinsame Miteinander in Indien und in der Welt?
Was geschah nach 1984?

Ein historischer Überblick

Vor 1984:
Sikhs besitzen ihre eigene distinkte Religion und göttlich-offenbarte Heilige Schrift.

Juni 1984
Die indische Regierung startet den größten militärischen Angriff gegen seine eigene Bürger, in dem über 5000+ unschuldige Sikhs getötet werden.

Novemver 1984
Nach Indira Gandhi's Ermordung organisierten ihr Sohn und die regierende Kongress Partei eine 3-Tage andauernde Tötung von Sikhs.

1849-1947 Das Britisch-Indische Königreich
  • 1849 Das Britische Königreich annektiert das große Sikh Königreich
  • 1900 Die Sikhs kämpfen mutig für die indische Unabhängigkeit
  • Sikhs (weniger als 2% der indischen Gesamt-Bevölkerung) stellen über 80% der Opfer im indischen Freiheitskampf
  • M. Gandhi und Nehru versprechen den Sikhs einen Staat innerhalb des föderalen Indiens
  • Der Punjab wird territorial geteilt, 50% geht nach Indien, 50% geht nach Pakistan
  • 60% der Sikhs werden zu Flüchtlingen und Heimatlose
  • 14 Mio. Menschen werden vertrieben
  • 1 Mio. Sikhs starben

1947-1950
  • Die neue Konstitution des unabhängigen Indiens
  • Sikhs werden in der Verfassung als Hindus klassifiziert
  • Punjabi darf nicht Punjabs erste Sprache sein
  • 75% des Wasser und 70% der Einnahmen werden in andere Bundestaaten transferiert
  • Sikhs werden als Hindu Sekte betrachtet, die wieder vereinnahmt werden müssen, wenn nötig auch mit Unterdrückung
  • Premier Minister Nehru sagt "Die Sikhs haben das Boot verpasst"
  • Sikhs fühlen sich betrogen und lehnen es ab, die Konstitution zu unterzeichnen.

1950-1966 Punjabi Suba Movement
  • Massen von Sikhs demonstrieren friedlich für sozial-politische Gerechtigkeit
  • 26.000 friedvolle Sikhs werden 1960 festgenommen
  • Die Regierung antwortet mit Gewalt
  • 1966 kreiert die Regierung einen Punjabi sprechenden Staat, jedoch nur aus eindrittel der ursprünglichen Größe des Punjab
  • Die Regierung verneint dem Punjab sein eigenes Kapital und jede Kontrolle über wirtschaftliche Politik.

1966-1984 Die Anandpur Resolution - Dharam Yudh Morcha
  • 1971 demonstrieren mehr als 250.000 Sikhs friedlich für angemessene sozio-ökonomische Grundlagen der Anandpur Resolution
  • Die Regierung und die Polizei werden daraufhin gewaltätiger und feindlicher
  • Die Propaganda beginnt, um Sikhs als Extremisten und Separatisten zu bezeichnen
  • 1975 rufen Sikhs zu massiven Demonstrationen auf: "Rettet die Demokratie" gegen Indira Gandhis Auflösung des Parlaments (Indira Gandhi wurde des Wahlbetrugs überführt)
  • Indira Gandhi entwickelt einen zunehmenden Groll gegenüber Sikhs
  • 1978 Anti-Sikh Gruppen töten 13 Sikhs während die Polizei unbeteiligt dabei steht
  • Polizei Brutalitäten eskalieren
  • 1982 starten die Sikhs die Dharam Yudh Morcha (Eine Bewegung für sozial-politische Gerechtigkeit), um die Anandpur Resolution umzusetzen
  • Diese Massenbewegung mit verschiedenen Führern wurde so portraitiert, dass nur Jarnail Singh Bhindranwale für dieses Movement "alleinverantwortlich" gewesen sei, was historisch nicht zutrifft. Ab diesem Zeitpunkt wird Jarnail Singh Bhindranwale als Separatist und Extremist dämonisiert.

Juni 1984

Die Indische Regierung beginnt die damals grösste Militäroperation gegen ihre eigenen Staatsbürger. Das Militär beginnt eine militärische Operation gegen die 200-240 Widerstandskämper, die sich im Akal Takht und im Darbar Sahib aufhalten. Dabei werden über 5000+ unschuldige Sikhs (Pilger) getötet. Die Zahl der Toten wird von der Regierung unaufrichtigerweise mit 493 angegeben:

Die Regierung: Ein Sikh Staat stand kurz vor der Deklaration.
Die Wahrheit: Ein Streik von Korn-Lieferungen aus dem Punjab wurde für den 3. Juni 1984 als landesweiter Protest für die Anandpur Resolution geplant.

Die Regierung: Es war kurzfristig und nicht geplant.
Die Wahrheit: Der Angriff wurde bereits im Jahr 1982 vorbereitet, als die Armee ein Duplikat des Goldenen Tempels herstellte und Militär-Übungen ausführte. Im Februar 1984 werden UK Einheiten involviert, die Beratung für den Angriff zu übernehmen. Der Ausnahmezustand wird deklariert. Ausländische Presse wird des Landes verwiesen. Eine bundesweite Mediensperre wird verhängt.

Die Regierung: Die Besetzung durch Terroristen im Darbar Sahib bedeutete, dass die Armee nötig war.
Die Wahrheit: Der Angriff wurde 1982 geplant. Jarnail Singh Bhindranwale wurde 1983 in den Tempel Komplex eingeladen. Es wurde kein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt, obwohl man jederzeit freien Zugriff auf ihn hatte. Die Armee belagerte den gesamten Komplex. Niemand wurde mehr herausgelassen. Die Armee attackierte ohne Vorwarnung und Verhandlung (nach indischen Gesetz illegal).

Die Regierung: Es ging um die Befreiung des Sri Harmandir Sahib.
Die Wahrheit: 125 Gurudwaras in ganz Punjab werden simultan zum Sri Darbar Sahib Komplex angegriffen. Hunderte werden dabei getötet. Dörfler und Sikh Soldaten, die zur Hilfe kamen, wurden ohne Vorwarnung von bewaffneten Helikoptern erschossen.

Die Regierung: Es waren nur wenige Opfer zu verzeichnen. Die Wahrheit: Mehr als 5000+ wurden getötet. Die Armee attackierte den Darbar Sahib an einem der heiligsten Sikh Feiertage (dem Märtyrertod des fünften Sikh Gurus, Guru Arjan Dev). Züge voller Pilger wurden hineingelassen, aber niemand durfte mehr aus dem Komplex hinaus. Dieses Vorgehen verursachte eine maximale Todeszahl der Opfer.

Die Regierung: Armee Soldaten behandelten Gefangene und den Darbar Sahib mit Sorgfalt und Respekt.
Die Wahrheit: Den Soldaten wurde gesagt, dass alle Sikhs, die innerhalb des Komplexes sind Separatisten seien. Die Indische Armee exekutierte auf grausame Art und Weise. Allein im Guru Ram Das Serai werden 1000 Männer, Frauen und Kinder hingerichtet, wenige davon überleben. Weitere Sikhs sterben, als sie in sengender Hitze ohne Wasser eingeschlossen wurden. Alle Leichname wurden ohne Aufzeichnungen kremiert.

Die Regierung: Die Sikhs und Sikhi waren nicht das Ziel.
Die Wahrheit: Die Armee brannte drei Tage nach dem Angriff die zentrale Sikh Referenz Bibliothek nieder, leicht brennbares wird zu Asche. (Quelle: BASICS OF SIKHI) *Unschätzbare historische Bücher, Manuskripte, Artefakte wurden von der Armee in Säcken wegtransportiert.

November 1984

Indira Gandhi wird von Ihren zwei Sikh Bodyguards erschossen. Ihr Sohn und Mitglieder der regierenden Congresspartei organisieren ein 3 tägiges Morden von unschuldigen Sikhs

Die Regierung: Es war ein Hindu versus Sikh Aufstand - kein Genozid.
Die Wahrheit: Es gab keinen religiösen Aufstand zwischen Sikhs und Hindus. Es gab ein "einseitiges Töten" von Sikhs. Damit ist die Terminologie von Riot nicht zutreffend. Im Punjab wurden keine Hindus als Vergeltung ermordet. Die Regierungspartei organisierte Busse voller Krimineller, um zu töten und vergewaltigen. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang anzumerken ist es, dass viele Hindus ihre Sikh Nachbarn retteten und Ihr eigenes Leben damit auf das Spiel setzten. Die Regierungsbeauftragten Medien verbreiteten Gerüchte, um maximalen Hass gegen Sikhs zu schüren - wodurch dem Mob erlaubt wurde zu töten, Sikh Frauen und Sikh Mädchen zu vergewaltigen.

Die Regierung: Es war spontan.
Die Wahrheit: Mitglieder der Regierungspartei organisierten diese schrecklichen Taten. Sie bewaffneten Gangs mit Mascheten, Reifen, Kerosin und gaben diesen die Adressenlisten von Sikhs. Politiker, Staatsangestellte, Medien, Polizei und Armee waren damals alle daran mitbeteiligt oder haben geschwiegen. Die Medien übertrugen hasserfüllte Slogans und ermutigten zur Rache.

Die Regierung: Die Polizei war nicht im Stande es zu stoppen.
Die Wahrheit: Die Polizei entwaffnete und zerstreute die Sikhs, damit sie sich nicht zusammen verteidigen konnten. Die Polizei ignorierte das Töten und stand ohne einzugreifen mit dabei. Dort, wo einige Polizisten sich aktiv bemühten, wurde das Morden vorübergehend gestoppt.(

Die Regierung: Die Armee konnte nicht eingesetzt werden.
Die Wahrheit: Armee Einheiten, die in der Nähe von Delhi stationiert waren, hätten innerhalb von weniger als 12 Stunden Ruhe und Ordnung wiederherstellen können. Aber das Töten ging für die nächsten drei Tage lang weiter. Die Armee wurden in den Kasernen gehalten bis 8000+ Sikhs getötet wurden in Delhi allein über 3000.

Die Regierung: Wir versuchten den Überlebenden zu helfen.
Die Wahrheit: Die Flüchtlingscamps waren in einem menschenunwürdigen Zustand. Versicherungsansprüche wurden nicht aufrechterhalten. Minimale oder keine Entschädigungen. Überlebende wurden allein gelassen.

Die Regierung: Sikhs sollten vergessen und nach vorne schauen.
Die Wahrheit: Nach 10 Untersuchungskommissionen laufen die Verantwortlichen dieses Genozid frei herum; einige von IHnen sind einflußreiche Politiker. Überlebende, Witwen und die damaligen Waisenkinder, die dieses Verbrechen miterleben mussten, existieren bis heute. (Quelle: BASICS OF SIKHI)

Dr. Sukhpreet Singh Udokhe ist Historiker und erfolgreicher Buchautor. Auf den folgenden Videos (auf Punjabi) gibt er einen historischen Überblick und eine Analyse über Operation Blue Star 1984.

Giani Sant Singh Maskeen über 1984

Video Vortrag 1984 Da Dukhaant Te Meera Nazariyaa

Die Sikh Bibliothek 1984

Die Sikh Bibliothek (Sikh Reference Library) war zunächst nicht Teil von Operation Blue Star, dennoch wurden alle Bücher, wertvolle Hukamnamas der Sikh Gurus, seltene Manuskripte und Gegenstände in 165 Säcke laut ehemaligen CBI Chef, konfisziert und weggebracht. Danach wurde die Bibliothek in Brand gesetzt (Zeitungsartikel etc). Das Höchste Gericht entschied, daß die Indische Regierung zur Rückgabe des Bibliotheksinventars verpflichtet ist. Dies ist bis heute nicht geschehen. (Video in Punjabi mit englischem Untertitel).

Lt. Gen. SK Sinha (Der General, der Operation Blue Star 1984 ablehnte)

Lt. General SK Sinha lehnte es ab, den Sri Harmandir Sahib Komplex anzugreifen (in engl. Sprache).

Bhai Jagraj Singh (Basics of Sikhi) - im Interview mit Arise TV Sky UK

Bhai Jagraj Singh spricht im Interview mit Arise News über die Ereignisse von 1984 (in engl. Sprache).

Sant Jarnail Singh Bhindranwale wurde am 12. Februar 1947 in Rode, Punjab geboren. Er war Jathedar (Führer) von Damdami Taksal (Damdami Taksal galt als der höchste Sitz des Lernes der Grundlagen der Sikh Religion, Itihaas, Santhiya Gurbani etc). Jarnail Singh Bhindranwale verbreitete die Grundlagen der Sikh Religion. Er versuchte die Gurmatlehre, die Würde und Integrität des Siri Guru Granth Sahib zu bewahren.

Sant Jarnail Singh Bhindranwale wurde bekannt für seine Beteiligung an Operation Blue Star, wo er und seine Männer während der Verteidigung des Sri Harmandir Sahib Komplexes am 6. Juni 1984 starben. Jarnail Singh Bhindranwale erhielt den Titel Sant und gilt als einer der bedeutendsten Sikh Märtyrer des 20. Jahrhunderts weltweit in den Sikhgemeinde (Umfrage UK 96,4%).

Dieses Buch beinhaltet behutsam übersetzte Video und Audio-Aufnahmen aus dem Punjabi von Dr. Ranbir Singh Sandhu. Sant Jarnail Singh Khalsa Bhindranwale war wahrscheinlich eine der am meisten missverstandenen und absichtlich falsch präsentierten Persönlichkeiten der jüngsten Geschichte.

Der Sant sprach nur auf Punjabi und authentisches Material in Englisch war so gut wie nicht existent. Nach seinem Tod durch die Indische Armee im Jahr 1984 folgten religiöse und ethnische Verfolgungsaktionen gegenüber den Sikhs in Indien. Dieses Buch stellt den Höhepunkt einer 15-jährigen miniziösen Forschung dar, wodurch uns der Author die seltene Gelegenheit gibt, Sant Jarnail Singh Bhindranwale selbst zu begegnen und ihn durch seine eigenen Worte kennenzulernen.

Sant Jarnail Singh Bhindranwale

Leben, Mission und Märtyrium von Sant Jarnail Singh Bhindranwale
(PDF in Englisch von Dr. Ranbir Singh Sandhu)

Studie - Reflections on 1984 (Bhai Harjinder Singh)

Bei Amazon erhältlich

In 1984 the Indian Government attacked the holiest shrine of the Sikhs in Amritsar, commonly known as the Golden Temple (Harmander Sahib) on the pre-text of flushing out terrorists. 30 years later this attack on the faith & nationhood of the Sikhs still brings up painful memories of murder, terrorism and genocide. In light of newly disclosed documents by the British Government, many questions remain unanswered for the Sikh community about the events prior to and after Operation Blue Star (the Indian Army s attack on the Sikh s holiest shrine in Amritsar). The aim of the book is to explore the events leading up to 1984 and to analyse the pursuit of truth, justice and liberty, for Sikhs in India and the diaspora. The book follows a narrative which is historical and topical, bringing current issues of Sikhs and Punjabi's into the discussion. There is also a focus on Sikhs in the diaspora and current Sikh agitations for justice.