Sikh Religion - Sikhi - Sikhismus

Eine Religion der universellen Brüderlichkeit - die fünftgrösste Weltreligion
Kernaussagen der Sikh Religion
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  • Die Sikhs glauben an Einen universellen Schöpfergott - Ik Oankar (monotheistische Religion).
  • Die Sikh Religion lehrt, daß Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht vor den Augen Gottes alle gleich sind. Sie alle sind die Manifestation des Einen transzendentalen omnipotenten Schöpfergottes.
  • Frauen und Männer sind laut der Sikh Religion gleichberechtigt.
  • Sikhs respektieren alle Religionen.
  • Die Sikh Religion lehrt das Recht auf Selbstbestimmung und Religionsfreiheit. Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne dabei andere zu verletzen, zu verurteilen oder unter Zwang zu konvertieren.
  • Die Sikh Religion betont die tägliche Hingabe an die Verinnerlichung Gottes. Ein Sikh sollte bei allem was er/sie tut, sich stets an den allmächtigen Schöpfergott in Form von Naam Japo/Naam Simran erinnern, in Form der Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes mit dem Gur Mantar Waheguru.
  • Ein Sikh sollte moralisch-ethische Verantwortung und Rechtschaffenheit präsentieren und ein wahrheitsgemässes, auf Gott ausgerichtetes Leben führen. Von den Sikhs wird erwartet, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Sikhs beten und für das Wohlergehen und Wohlstand aller Menschen (Sarbat da Bhala).
  • Die Sikh Religion lehrt den selbstlosen Dienst in der Gemeinschaft - Seva. Die primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs sollte es sein, den Notleidenden, Schwachen und Unterdrückten zu helfen. Sikhs sind dazu angeleitet, der Schöpfung Gottes bestmöglich zu dienen - der eigenen Gemeinde als auch der globalen Gesellschaft.
  • Die Sikh Religion lehnt den Polytheismus, Götter/Planetenanbetung, Fasten, leere Rituale, Aberglauben und das Kastensystem ab.
  • Das Wort Sikh bedeutet im Punjabi "Schüler". Sikhs sind die Schüler Gurus/Gottes, die den Schriften, Lehren und Anweisungen der zehn Sikh Gurus und der Gurbani, (dem Wort Gottes), welches die Sikh Gurus von Akaal Purakh Waheguru (Gott) empfangen und im Siri Guru Granth Sahib offenbart haben, zu folgen.
  • Die Sikh Religion lehnt den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen ab. Die grosse Mehrheit der Sikhs sind Vegetarier. Getaufte Sikhs (Amritdharis), die dem Khalsa Panth angehören, ernähren sich vegetarisch.
  • Satguru Nanak Dev mit Bhai Mardana und Bhai Bala Ji
    Die 3 Grundprinzipien der Sikh Religion

    Satguru Nanak Dev lehrte drei fundamentale Grundlagen:

    • KIRAT KARO - Arbeite hart und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
    • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich bei allem, was Du tust an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realtität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gur Mantar Waheguru. Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion und das Gur Mantar.
    • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit anderen und den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.

Was ist Sikhi ?

Sikhi ist ein universeller Lebensweg zur Vereinigung mit Gott, der von Satguru Nanak Dev gelehrt wurde. Satguru Nanak Dev bot der Menschheit diesen Weg an, um das Leben durch Gyan - Wissen über Gott und seine Naturgesetze zu verstehen und die Vereinigung mit den universellen Schöpfergott durch das Praktizieren von Naam Simran - und Seva (selbstlosen Dienst) zu erreichen sei.

WAHEGURU bedeutet:

Wunderbarer Erleuchter und Schöpfer, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit von Ignoranz und Unwissenheit zerstört und das Licht von Wissen und Erkenntnis schenkt.

NAAM beschreibt das

dynamische, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes. Naam wird im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten ebenfalls als der Eine Name des Herrn beschrieben (Waheguru Naam).

Naam Simran im Willen Gottes zu praktizieren, beschreibt Satguru Nanak Dev im Sri Japji Sahib in Pauri 25 "Band Khalasi Bhane Hoe". Das göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru hat sich in Form von Satguru Nanak Dev auf Erden manifestiert. Dieses Eine göttliche Licht (Divine Light/Spirit) wurde auf alle Sikh Gurus und den Siri Guru Granth Sahib übertragen. Die Offenbarungen und Weisheiten des Siri Guru Granth Sahib sind universell, ewig-gültig, offen und zugängig für jeden Menschen. Die Gurbani inspiriert und transformiert die Menschenseelen. Für Sikhs stellt der Siri Guru Granth Sahib die höchste religiöse, spirituelle Führung dar. Die Sikhi hat sich zur fünftgrössten Weltreligion entwickelt.

Wie entstand die Sikh Religion ?
Sri Nankana Sahib
Sri Nankana Sahib

Die Grundlagen der Sikh Religion, auch bekannt als Sikhi und Sikhismus sind von Satguru Nanak Dev und den neun nachfolgenden Sikh Gurus festgelegt worden. Bevor Guru Gobind Singh, der letzte Sikh Guru 1708 diese Welt verliess, ordnete Er an, daß der Siri Guru Granth Sahib von nun an der Ewig-lebende Guru, die höchste religiöse-spirituelle Autorität der Sikhs sein wird. In der Sikh Religion verweist das Wort Guru auch auf Gott. Guru und Gott werden synonym im Siri Guru Granth Sahib beschrieben. Die GURBANI ist das Wort Gottes/Gurus, dass Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus, in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Waheguru (Gott) empfangen und der Menschheit offenbart haben, manifest im Ewigen Shabad Guru - dem Siri Guru Granth Sahib. Der Ewige Guru der Sikhs ist JAAGDI JOT, das ewig existierende Licht Gottes/Gurus, welches die Schöpfung und das menschliche Bewusstsein anhebt und erleuchtet.
Die Sikh Religion ist eine der großen Weltreligionen, die fünftgrößte mit derzeit über 27 Mio. Anhängern. Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion, die ihren Ursprung im 15. Jahrhundert auf dem indischen Subkontinent in der nord-westlichen Region des Punjab hat.

Der Siri Guru Granth Sahib, ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, die zu Lebzeiten der Sikh Gurus (Verfasser) offenbart, zusammengestellt und niedergeschrieben worden ist.

Die fundamentalen Glaubensvorstellungen der Sikh Religion sind im Siri Guru Granth Sahib, den Sikh Schriften und Anweisungen der Sikh Gurus artikuliert. Sie beinhalten, unerschütterliches Vertrauen und Glauben in Guru und Gott zu haben, (Bhavana/Bharosa/Shardha), Waheguru Naam Meditation auf den Einen transzendenten, allesdurchdringenden und omnipotenten Schöpfergott, die Ausübung der Banis (Gebete), das Singen und Muszieren der Heiligen Hymnen (Shabad Kirtan), die Gemeinschaft aller Menschen, selbstloser Dienst (Seva), das Streben sozialer Gerechtigkeit zum Wohle und Wohlstand aller (Sarbat da Bhala), Teilen mit der Gemeinschaft, aufrichtiges Verhalten sowie das Bestreiten des Lebensunterhalts aus eigener Kraft.

Die Sikh Religion entstand als Satguru Nanak Dev laut den traditionellen Sikh Quellen im Monat Katak (Okt./Nov) 1469 auf Erden in Talwandi, heute als Sri Nankana Sahib (Pakistan) bekannt, erschien.
Zu dieser Zeit herrschten die Pathana, eine islamistische Kaste über die Region, später die Mogulen. Es war eine Zeit der politischen, sozialen und religiösen Unruhen. Zwei der Sikh Gurus, der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev und der neunte Sikh Guru, Guru Tegh Bahadur, wurden von den Mogul Herrschern gefoltert und hingerichtet, nachdem Sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die beiden jüngsten Söhne des zehnten Sikh Gurus, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh wurden in einem zarten Alter bei lebendigen Leibe eingemauert, als sie es ablehnten, die Religion des Islams anzunehmen. Die islamische Ära der Hinrichtung von Hindus, Sikhs und anderen Glaubensrichtungen auf dem indischen Subkontinent, der Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Rechtschaffenheit erforderten Massnahmen. Die praktische und höchst vorbildliche Lebensweise der Sikh Gurus, sowie die Offenbarung der Gurbani, deckten alle Aspekte der Vollkommenheit ab, sodass der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh an Vaisakhi 1699 den Khalsa Panth im Willen Gottes (Hukam) gründete und die Aufgaben an den Khalsa Panth, (Bruderschaft der Reinen und Souveränen) übergab. Der Khalsa Panth steht im Einsatz für die Aufrechterhaltung von Wahrheit (Sat) und Rechtschaffenheit (Dharam) auf Erden.

Satguru Nanak Dev etablierte das System einer kostenlosen Gemeinschaftsküche, bekannt als Guru Ka Langar, um die Wichtigkeit des Teilens und soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu demonstrieren. Das Guru Ka Langar steht für ein friedvolles, gerechtes Miteinander, unabhängig von Kaste, sozialem Status, Herkunft, Bildung, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit. Die Institutionalisierung einer solchen Gemeinschaftsküche, die das Kastensystem transzendiert, war zu jener Zeit religiös, gesellschafts- und sozialpolitisch revolutionär. Das Guru Ka Langar symbolisiert auf metaphysischer Ebene, dass jeder Mensch ein manifestierter Ausdruck des Einen transzendenten, allesdurchdringenen, omnipräsenten Schöpfergottes ist.
Der sechste Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib etablierte das System von Miri - Piri, welches gleichwertig auf politisch/temporärer Ebene Miri und religiös/spiritueller Ebene Piri ko-existiert. Guru Hargobind Sahib hat aus der Notwendigkeit heraus, auf Anweisung seines Vaters, Guru Arjan Dev, eine Verteidigungsarmee aufgebaut, um die Menschen vor Unterdrückung, Tyrannei und Zwangskonvertierung zu beschützen. Die zukünftigen Krieger sollten über die Qualitäten eines Sant (Heiligen) verfügen und die Qualitäten eines rechtschaffenden Kriegers (Sipahi) in sich vereinen.

Der Begriff des Sant-Sipahi entstand in diesem Zusammenhang. Sant wird benutzt, um auf eine wissende und rechtschaffende Person zu verweisen. Eine Person, die Wissen und Erfahrung über Gott und seine Schöpfung besitzt. Ein Sant ist stets mit Guru/Gott durch Waheguru Naam und Gurbani verbunden. Er vergisst nie den Einen Namen Gottes - Waheguru. Ein Sant lebt in Gottesfurcht. Er handelt im Willen und im Einklang Gottes. Sipahi bedeutet Krieger, bereit zu sein, für einen rechtschaffenden Zweck sein Leben einzusetzen. Ein Sant-Sipahi setzt sich für Wahrheit, Frieden, Freiheit und Rechtschaffenheit auf Erden ein. Er hat die Aufgabe, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen und das Dharam, die Rechtschaffenheit auf Erden aufrecht zu erhalten.

Die Sikh Religion sieht Gerechtigkeit als höchstes Gut der moralischen Ordnung an. Das Wort im Punjabi, welches dies verdeutlicht, ist Niau (Gerechtigkeit). Das Wort Dharam (Rechtschaffenheit) wird auch benutzt, um Gerechtigkeit zu vermitteln im Sinne einer moralischen Ordnung. Ein Angriff auf die Rechtschaffenheit (Dharam) bedeutet ein Angriff auf die Gerechtigkeit und damit auf die moralische Ordnung.

Grundlagen der Sikh Religion

Satguru Nanak Dev betonte Kirat Karō: ein Sikh sollte aufrichtig seinen Lebensunterhalt verdienen und einen Ausgleich zwischen Arbeit, Anbetung und Nächstenliebe herstellen und die Menschenrechte aller verteidigen. Sikhs werden ermutigt stets ein Chardi Kala, eine optimistische Einstellung im Leben zu bewahren. Die Sikh Religion verweist auf Naam Japo/Naam Simran (Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes mit dem Gur Mantar Waheguru), die Lobpreisung Gottes durch Shabad Kirtan (Singen der Heiligen Hymnen), dem Lesen und Rezitieren der Gurbani, (Wort Gottes/Gurus) und die Ausübung des Nitnem, der täglichen Sikh Gebete. Ebenfalls zu den Grundlagen der Sikh Religion gehört das Prinzp des Teilens, Waṇḍ Chakko mit dem Angebot einer Freiküche, in der das Guru ka Langar angeboten wird. Das Spenden für Wohltätige Zwecke ist als Daswandh bekannt. Die Sikh Gurus etablierten dieses System, um die Anwesenheit Gottes zu spüren, um sich mit Akaal Purakh/Waheguru zu verbinden und dabei die bindenden Einflüsse der Maya (Scheinwelt/Illusion), die fünf Feinde (Kaam/Lust, Krodh/Zorn, Lobh/Gier, Moh/emotionale und materielle Anhaftung, Hankaar/Ego), zu transzendieren.

Satguru Nanak Dev lehrte

Ein aktives, kreatives und bodenständiges Leben voller Aufrichtigkeit, Treue, Selbstbeherrschung und Reinheit zu führen, das über der metaphysischen Wahrheit steht. Der ideale Mensch ein Mensch sei, der die Vereinigung mit Gott erreicht, Seinen Willen (Hukam) erkennt, den Willen ausführt, und nach dem Willen Akaal Purakh/Wahegurus lebt.

Es gibt nur Einen Schöpfergott - IK ONKAR

Nirgun und Sargun Aspekt

Die Sikh Religion weist darauf hin, daß es Einen universellen Schöpfergott - Ik Onkar gibt, der omnipräsent - omnipotent, allmächtig, alles erschaffend, das Universum und die unzähligen Schöpfungen kreierte und in allem existent ist. Diese singulare Entität von Ik Onkar ist in zwei Kategorien unterteilt: dem Nirgun Aspekt und dem Sargun Aspekt.

Gott im Nirgun Aspekt ist ohne Attribute, unmanifest, abstrakt, formlos, nicht sichtbar, dennoch alles durchdringend - der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der göttlichen Existenz und Realität.

Gott wird in seinem Nirgun Aspekt in der Sikh Religion mit folgenden Terminologien beschrieben:

  • WAHEGURU
    Wahe: wundervoller Herr/Erleuchter, der jenseits aller Erklärungen ist.
    Guru: Gu heisst Dunkelheit - Ru, der die Dunkelheit zerstört und das göttliche Licht der Erkenntnis bringt.
  • AKAAL PURAKH : der ewige, zeitlose Eine, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
  • SATGURU: der Wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit. Der Satguru ist ohne Dualität. Satguru Nanak Dev ist die manifeste Form von Akaal Purakh Waheguru auf Erden - Ek roop hai.
  • SAT NAM: Sein Name ist Wahrheit.

In seinem Sargun Aspekt ist Gott mit Qualitäten, Eigenschaften und Attributen ausgestattet. Er ist manifest, sichtbar, immanent in seinen gesamten Schöfpungen, wiederzufinden in der Gurbani - in den Heiligen Hymnen und Versen des Siri Guru Granth Sahib, sowie in der Verkörperung und Manifestation der zehn Satgurus, die Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit auf Erden sind.

In der Sikh Religion verweist das Konzept Gottes auf WAHEGURU. Waheguru (Gott) - ist der Schöpfer und die Basis des Universums. Gott ist gestaltlos, zeitlos und unsichtbar - Niraṅkār, Akaal und Alakh. Am Anfang des ersten Textes im Siri Guru Granth Sahib steht geschrieben, daß Gott omnipräsent mit unendlicher Kraft über Allem steht und dies durch den Begriff von Ik Onkar - Es gibt nur einen universellen Schöpfergott verdeutlicht wird. Die Sikhs glauben, daß vor jeder Schöpfung nur Gott und Shabad existierte und das durch Gottes Hukam (Gottes Wille), der gesamte Kosmos und die Schöpfungen erschaffen wurden.

Das Konzept Gottes wird auch als Akaal Purakh, der ewige Schöpfergott, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist und Nirankar formlos beschrieben. Satguru Nanak Dev hat desweiteren erklärt, daß das Verständnis von Akaal  jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, doch zur gleichen Zeit nicht völlig unverständlich oder nicht zugängig sei. Akaal Purakh ist omnipräsent Sarav Viāpak in allen Schöpfungen und für die Weisen und spirituell Erwachten überall sichtbar. Satguru Nanak Dev betonte, daß Gott durch das Innere Auge oder das Herz eines Menschen, das sich Gott öffnet, mit Gottes Gnade wahrgenommen werden kann. Satguru Nanak Dev hat hierzu den Kanal des Gottes Namen für die Menschheit in Form des Gur Mantar Waheguru offenbart. NAAM, die Existenz und Realität Gottes und die Gurbani (das Wort Gottes/Gurus), haben einen kosmischen Klang. Dieser wird als Naad bezeichnet, die kosmische Klangschwingung des Universums. Durch das Praktizieren von Waheguru Naam Meditation und dem sich Verbinden mit Gurbani, wird diese Klangschwingung schrittweise im menschlichen Bewusstsein belebt und manifestiert sich.

Singe für immer die glorreichen Lobeshymnen des makellosen wahren Schöpfers, und der makellose Klangstrom des Naad wird im Inneren vibrieren.
Sing the Glorious Praises of the Immaculate True Lord forever, and the Immaculate Sound-current of the Naad shall vibrate within. (SGGS, Ang 121)
Der Guru sagt uns: Durch die Wiederholung von Naam, erklingt der Klangstrom des Naad.
The Guru tells us: Repeating the Naam, the Unstruck Sound-current of the Naad resounds.
(SGGS, Ang 1144)

Die Essenz der Sikh Lehre ist von Satguru Nanak Dev in diesen Worten zusammengefasst:

Realisierung der Wahrheit ist höher als alles andere. Noch höher ist ein wahrhaftiges Leben.

Die Seele - der transzendente Schöpfergott

Die kosmische All-Seele des Schöpfers ist geschlechhtsunspezifisch, transzendent allumfasssend, bedingslose reine Liebe, Stille, ewige Glückseligkeit, Frieden, Unbegrenztheit, unsterblich, zeitlos. Gott war, ist und wird für immer die höchste allmächtige ewig-existierende Wahrheit und Realität sein.

Der Schöpfer ist kosmisch unbegrenzte Liebe und Freude, er liebt seine Schöpfungen und Manifestationen bedingungslos.
(SGGS, Ang 784, M. 5)

Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott - als Ehemann (Husband Lord), als bester Freund, Vater, Mutter und Geliebter beschrieben. Die Individual Seele wird als die Seelen-Braut (Soul-bride) bezeichnet. Die Seelen-Braut steht hier synonym für beide Geschlechter, weiblich als auch männlich. Die Seele hofft und wartet nach langer Trennung - auf den Tag der Wiedervereinigung mit Ihrem geliebten wahren Ehemann, dem Ursprung allen Seins. Diese Analogie, beschreibt die Vereinigung von der Individual Seele mit der All-Seele Gottes, die Individual Seele hat ihren Ursprung, ihr wahres Zuhause im allmächtigen Schöpfergott. Der Tod bedeutet in der Sikh Religion nicht automatisch das Einswerden mit Gott. Die Seele manifest im menschlichen Körper, unterliegt dem sich wiederholenden Prozess von Kommen und Gehen, dem Zyklus von Geburt und Tod, gemäss dem Karma des Einzelnen, bis Akaal Purakh/Waheguru (Gott) in seiner Liebe, Güte und Gnade, die Indvidual Seele mit Ihrem Ursprung, der kosmischen All-Seele Gottes wiedervereint. Diese Wiedervereinigung mit dem Schöpfergott, ist mit unbeschreiblicher Freude, Ruhe und Frieden beschrieben. In diesem Moment erreicht die Individual Seele die Einheit mit Waheguru (Gott) und der Zyklus von Geburt und Tod ist beendet. Die Befreiung der Seele kann auch zu Lebzeiten passieren - diese Person wird im Siri Guru Granth Sahib als Jivan Mukti - ein zu Lebzeiten Befreiter beschrieben, als auch in der Transmigrationsphase, wenn die Seele das Körperkleid verlässt. Die verschiedenen Raagas, die den Siri Guru Granth Sahib strukturieren, (31 Haupt Raagas, 31 Mishrat Raagas, in 17 Taala), befassen sich mit der Thematik der Trennung, Freude, Sehnsucht, Traurigkeit, Schönheit, Schmerz und Erfüllung. Jede dieser Raaga beschreibt und korrespondiert mit einer spezifischen Gefühlsstimmung.

Die Sikh Religion betont das Prinzip der Gleichstellung aller Menschen und lehnt Diskriminierung auf Basis von Kaste, Herkunft, Beruf, Religion und Geschlecht ab. Die Sikh Prinzipien ermutigen zu einem Leben als Haushälter (Grisht) - Menschen, die im Leben stehen, Ihren familiären und beruflichen Pflichten nachgehen und dabei ein auf Gott ausgerichtetes Leben führen.

Das Ik Onkar Symbol
Ik - eins
Onkar - universeller Schöpfergott, der kreiiert, erhält und zerstört
Ik Onkar = Es gibt nur Einen universellen Schöpfergott.

Das Khanda Symbol in der Sikh Religion: Das Khanda Symbol ist eines der wichtigsten Symbole im Sikhismus. Die Sikh Flagge (Nishan Sahib) beinhaltet das Khanda Zeichen. Die Flagge der Sikhs wurde erstmals 1606 über den Sri Akaal Takht, dem höchsten Sitz der temporalen Sikh Autorität installiert. Sie wird auch als "Akal Dhuja - die unsterbliche Flagge" und "Satguru ka Nishan - Das Zeichen des wahren Gurus" bezeichnet. Das Khanda Symbol beinhaltet eine Kollektion von vier Waffen. Im Zentrum steht das zweischneidige Schwert, das die kreative Kraft Gottes, das gesamte Universum und das Schicksal des Universum repräsentiert. Das Khanda steht für göttliches Wissen, seine Klingen trennen die Wahrheit von der Falschheit. Die Bedeutung der zwei Krummschwerter: das erste Schwert steht für die politisch/weltliche Führung (Miri), das zweite Schwert symbolisiert die religiöse, spirituelle Führung (Piri). Im Inneren der zwei Schwerter um das Khanda befindet sich ein Kreis, der Chakkar genannt wird. Zwischen beiden - Miri und Piri - muss ein Gleichgewicht bestehen, dies wird durch den inneren Kreis symbolisiert, der die gesamte göttliche Manifestation umfasst, und die Anfangs- und Endlosigkeit als auch die Perfektion Gottes und seiner Zeitlosigkeit dargstellt.

                        

Mool Mantar / Mool Mantra

Das Mool Mantar (Mool Mantra) beschreibt den universellen omnipräsenten Schöpfergott und fasst zugleich das gesamte Konzept Gottes in der Sikh Religion zusammen. Das Mool Mantar ist traditionell so, wie es am Eingang des Sri Harmandir Komplex steht, von Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach. Das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach erhält der getaufte Sikh (Amritdhari) seit Vaisakhi 1699 in der originalen Amrit Sanchar Taufzeremonie in den Khalsa Panth.

Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh hat die Grundlagen seit 1699 festgelegt, dazu gehören die Panj Bania (5 Morgengebete), eine Meditation mit dem Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach und eine Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru. Am Abend folgt das Rehras Sahib und vor dem Schlafgengehen das Kirtan Sohila (Nachtgebet).

Einige neu enstandene Gruppierungen des 20. Jahrhunderts, (wie SGPC, Sikh Missionaries, AKJ, Sikhnet u.a.*) rezitieren und definieren das Mool Mantar bis "Gurprasad". Sie sind in den Jahren 1925/1945 und 1961/1973/1990er entstanden. Sie vertreten die Meinung, dass es "zwei Schulen der Lehre" gibt. Eingeführt wurde die Kürzung und die Neu-Definierung des Mool Mantar bis Gurprasad durch die SGPC, deren beauftragte Gelehrte und Vertreter verschiedener Gruppierungen. In der traditionellen Gurmat Lehre geht das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach. Die SGPC (Shiromani Gurdwara Parbandhak Committee) wurde ursprünglich gegründet, um die Gurudwaras zu verwalten. Im Laufe der Zeit hat die SGPC jedoch, die direkt unter politischer Führung steht, in die inhaltlichen Grundlagen der Sikh Religion eingegriffen.

*Anmerkung: Sikhnet/Sikhiwiki (Yogi Bhajan) veröffentlicht das Mool Mantar auf Ihren Seiten bis Gurprasad, wohingegen 3H0 Sikhdharma (ebenfalls Yogi Bhajan) das Mool Mantar auf Ihrer Webseite und in Ihren Kursen von "Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach" lehren.

Es gibt Grundlagen der originalen, traditionellen Gurmat Lehre, die von Satguru Nanak Dev, den Sikh Gurus und von Guru Gobind Singh, als er 1699 den Khalsa Panth initiierte, definiert und festgelegt worden sind. Von dieser Grundlage haben sich, wie in jeder anderen Religion auch, verschiedene Gruppen und Sekten mit unterschiedlichen Sichtweisen abgespalten.

Die originalen Grundlagen der Sikh Religion, werden durch die alten traditionellen Taksals, wie von Taksal Bhai Mani Singh, Damdami Taksal, Nihang Sampardai etc., die über 300-450 Jahre alt sind und direkt mit den Sikh Gurus verbunden waren, von Generation zu Generation bewahrt, gelehrt und weitergegeben.

Folgende Taksals und Sampardais rezitieren das Mool Mantar bis Nanak Hosee bhee sach.

  • Der Taksal von Bhai Mani Singh, (Taksal in Sato Wali Ghali). Sri Guru Gobind Singh diktierte Bhai Mani Singh auswendig den gesamten Siri Guru Granth Sahib in Damdama Sahib - Sabo Ki Talwandi. Bhai Mani Singh war Granthi und Führer vom Sri Harmandir Sahib in Amritsar. Er war ein berühmter Sikh Gelehrter und Sikh Märtyrer (Shaheed). Bhai Mani Singh wurde von den Mogulen lebendig zerhackt. Bhai Mani Singh´s Taksal, der auf direkte Anweisung von Guru Gobind Singh gegründet wurde, lehrt und praktiziert seit Entstehung, das Mool Mantar traditionell von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach.
  • Baba Deep Singh, erster Jathedar von Damdami Taksal, der höchsten Schule des Lernens für Gurbani, Santhiya und Sikh Ithihas, kam in jungen Jahren in Kontakt mit Guru Gobind Singh. Baba Deep Singh diente sein ganzes Leben loyal dem Guru Haus. Er kämpfte an der Seite von Banda Bahadur Singh in den Schlachten von 1708-1715 und war Führer der Misl Shaheedan Tarna Dal. Baba Deep Singh zählt zu den berühmtesten Sikh Märtyrern in der Sikh Geschichte. Im Kampf um die Verteidigung des Sri Harmandir Sahib, kämpfte Baba Deep Singh mit Pathan Jahan Khan. Während dieses Kampfes haben sich beide gleichzeitig die Köpfe mit den Schwertern enthauptet. Baba Deep Singh noch lebendig, trug seinen Kopf in der linken Hand und kämpfte mit seinem Schwert in der rechten Hand auf dem Weg in den Parkama des Sri Harmandir Sahib weiter, wo er dann seinen Kopf hinlegte und in Sachkhand ging. Baba Deep Singh wurde vom zehten Sikh Guru, Guru Gobind Singh beaufragt, Damdami Taksal als erster Jathedar zu führen und dort die Bedeutung von Gurbani und Santhiya zu lehren. Seit Entstehung von Damdami Taksal wird das Mool Mantar traditionell von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach, gelehrt.
  • Nirmalas, diese Sampardai ist bekannt als Bhai Daya Singh Sampardai, sie geht auf Bhai Daya Singh zurück, einem der originalen fünf Geliebten (Panj Pyare), die sich 1699 an Vaisakhi von Guru Gobind Singh taufen liessen. Oft von westlichen Gelehrten unzureichend oder fehlerhaft interpretiert, sind die Nirmalas wichtige führende intellektuelle und philosophische Gelehrte in der Interpretation von Gurbani. Zu Ihnen zählen: Sant Baba Atta Singh Mastuanwaleh, Sant Baba Nand Singh (Nanaksarwaleh), Sant Baba Aya Singh Hoti Mardanwaleh, Sant Baba Karam Singh.
    Bhai Daya Singh, direkter Panj Pyare von Guru Gobind Singh, teilte die Leitung auf zwei Personen auf:
    1. Baba Seva Singh, von der die Nanaksar Sampardai abstammt.
    2. Baba Sobha Singh, von der die Rarewaleh und die Hot Mardan Sampardai abstammen.

  • Ebenfalls rezitieren alle Nihangs, die direkt unter der Anleitung der Sikh Gurus standen, das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach.
    Die Nihangs sind Beschützer und Verteidiger des Sikh Glaubens und dessen grundlegendem Wertesystem. Dazu zählt der Nihang Panth Tarna Dal, der Nihang Panth Budha Dal, der Nihang Panth Baba Bidhi Chand Dal und weitere Nihang Gruppen.

  • Sampardai Bhai Khanhaiya. Bhai Khanhaiya war ein berühmter Gursikh, der dem Feind auf dem Schlachtfeld Wasser gab. Als die Khalsa Armee das sah, beschwerte sie sich bei Guru Gobind Singh über das Verhalten von Bhai Khanhaiya. Daraufhin befragte der zehnte Sikh Guru, Bhai Khanhaiya, warum er dies tat. Bhai Khanaiya erwiderte: Überall, wo ich hinschaue, sehe ich nur Dich mein Herr - ich sehe das Licht Gottes in allen (ik noor). Guru Gobind Singh erteilte Bhai Khanhaiya die Anweisung, nicht nur Wasser dem Feind auf dem Schlachtfeld zu geben, sondern auch die Wunden mit Salben und Verbände zu versorgen. Die Sampardai Bhai Khanaiya ist heute gleichbedeutend mit dem Roten Kreuz. Diese Sampardai rezitiert das Mool Mantar gemäss der originalen Gurmat Tradition von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach.

  • Der Udasi Orden, wurde von Baba Sri Chand, dem Sohn von Satguru Nanak Dev gegründet. Der Orden rezitiert seit seiner Entstehung bis heute traditionell das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach.


  • Der Bedi Clan sind direkte Nachkommen von Satguru Nanak Dev Ji. Sie residieren in Una Sahib. Während der Zeit des zehnten Sikh Gurus, erhielt Baba Kaladhar Ji persönlich die Amrit Taufe von Guru Gobind Singh. Baba Kaladhar Ji war der Führer des Bedi Clans. Der Bedi Clan, rezitiert seither das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach, so wie es Guru Gobind Singh Baba Kaladhar Ji in der originalen Amrit Taufe lehrte.

Eine Diskussion und Argumentation über die Länge des Mool Mantar ist daher unnötig, da diejenigen, die der traditionellen Gurmat Lehre folgen, weiterhin von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach rezitieren - und die relativ jungen, neu entstandenen Gruppierungen des 20. Jahrhunderts, die der Kürzung folgen, rezitieren bis Gurprasad. Bis Gurprasad ist es das "Maha Mantar".

In der traditionellen Gurmat Lehre gibt es 5 Haupt Mantar

Bhai Jagraj Singh (Basics of Sikhi)
über die 5 Haupt Mantar -
Mool Mantar bis Nanak hosee bhee sach
  • 1. Beej Mantar - Ik Onkar
  • 2. Maha Mantar - Ik Onkar bis Gurprasad
  • 3. Mool Mantar - Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach
  • 4. Mala Mantar - Sri Japji Sahib
  • 5. Gur Mantar - Waheguru
Mool Mantar
Lesen und Hören
Gurmukhi - Transliteration
Mool Mantar
historische Erklärung
Veechar - Gurmat Studien
Mool Mantar
Gurbani Paath Darpan
historische Erklärung

Bhai Gurdas diente insgesamt vier Sikh Gurus. In Vaar 39, Pauri 1 beschreibt und erklärt Bhai Gurdas gemäss der Gurmat Lehre der Sikh Gurus, das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak Hosee bhee sach.

ਏਕੰਕਾਰੁ ਇਕਾਂਗ ਲਿਖਿ ਊੜਾ ਓਅੰਕਾਰੁ ਲਿਖਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੧

ਸਤਿਨਾਮ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਹੁਇ ਨਿਰਵੈਰੁ ਸਦਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੨

ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਪਰਤਖਿ ਸੋਇ ਨਾਉ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਭਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੩

ਗੁਰ ਪਰਸਾਦਿ ਸੁ ਆਦਿ ਸਚੁ ਜੁਗਹ ਜੁਗੰਤਰੁ ਹੋਂਦਾ ਆਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੪

ਹੈਭੀ ਹੋਸੀ ਸਚੁ ਨਾਉ ਸਚੁ ਦਰਸਣ ਸਤਿਗੁਰੂ ਦਿਖਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੫

ਸਬਦੁ ਸੁਰਤਿ ਲਿਵਲੀਣੁ ਹੁਇ ਗੁਰੁ ਚੇਲਾ ਪਰਚਾ ਪਰਚਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੬

ਗੁਰੁ ਚੇਲਾ ਰਹਰਾਸਿ ਕਰਿ ਵੀਹ ਇਕੀਹ ਚੜ੍ਹਾਉ ਚੜ੍ਹਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੭

ਗੁਰਮੁਖਿ ਸੁਖ ਫਲੁ ਅਲਖ ਲਖਾਇਆ ॥੧॥ ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੮

One Oankar, the primal energy, realized through the grace of divine preceptor Pauri 1 (Invocation) That homogenous supreme reality (God) first was written as numeral one in Mool Mantar - the credal formula and then He was inscribed as Ura syllabe of Gurmukhi, further pronounced as Oankar. Then He was called Satnam, the Truth by Name, Karta purakh, the creator Lord, nirbhau, the fearless one, and nirvair withour rancour. Then emerging as the timeless Akal Moorat to be called as unborn and self-existent. Realized through the grace of Guru the divine preceptor, the current of this primeval Truth (God) has continously been moving since before the beginning and throughout the Ages. He is verily the Truth and will continue to be the Truth for ever. The true Guru has made available (for me) the glimpse of this Truth. One who merging his conciousness in the Word establishes a relationship of Guru and disciple, only that disciple devoting himself to the Guru and progressing from worldliness attunes his conciousness in and with the Lord. The Gurmukhs have had the glimpse of imperceptible Lord who is the fruit of delights.
ੴ ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਨਿਰਵੈਰੁ ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ ॥ ਜਪੁ ॥ ਆਦਿਸਚੁ ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ॥ ਹੈਭੀਸਚੁ ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥

Es gibt nur einen omnipräsenten Schöpfergott. Ik Onkar
ਸਤਿਨਾਮੁ Sein Name ist Wahr. Seine Existenz ist wahr. Satnam
ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ Er ist der Schöpfer aller Manifestationen, alldurchdringend. Karta Purakh
ਨਿਰਭਉ Gott ist ohne Furcht. Nirbhao
ਨਿਰਵੈਰੁ Gott ist ohne Feindschaft. Nirvair
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ Gott ist unsterblich. Akaal Murat
ਅਜੂਨੀ Gott ist jenseits von Geburt. Ajuni
ਸੈਭੰ Gott ist selbstexistierend - selbsterleuchtend. Saibhang
ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ Gott wird durch die Gnade des wahren Gurus realisiert. Gur prasad
॥ ਜਪੁ ॥ Rezitiere/Chante. ॥ Jap ॥
ਆਦਿਸਚੁ Der Schöpfer existierte von Anbeginn. Aadh sach
ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ Gott existierte vor Seiner Schöpfung und in allen vier Zeitaltern. Jugaadh sach
ਹੈਭੀਸਚੁ Gott ist hier und jetzt allgegenwärtig. Hai bhee Sach
ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥ Guru Nanak Dev sagt, Gott wird für immer und ewig existent und wahr sein. Nanak hosee bhee Sach ॥1॥

Links: Das Thaal (Schild) von Sri Guru Gobind Singh, welches sich in in Sri Hazoor Sahib, Nanded (Maharashtra) befindet, zeigt das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach.

Rechts: Auf dem Brustschild von Sri Guru Gobind Singh, ist das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach eingraviert. Das Schild ist heute im Moti Bag Museum zu besichtigen.

Am Bein Fluß, wo Akaal Purakh/Waheguru (Gott) Satguru Nanak Dev Ji das Mool Mantar offenbarte, steht der historische Gurudwara Sant Ghat.

Dort ist das Mool Mantar von Ik Onkar bis Nanak hosee bhee sach am Gurudwara eingemeißelt.

Gur Mantar / Gurmantra Waheguru

Wa-he: ist der wundervolle Erleuchter und Schöpfergott, in Worte nicht zu fassen, jenseits aller Erklärungen, absolute-ewige Glückseligkeit, Ausdruck der höchsten Wahrheit und Realität.
Gu-ru: Gu bedeutet Dunkelheit, Unwissenheit, Ignoranz und Anhaftung an den relativen Bereich des Lebens (Maya) - Ru vertreibt diese Dunkelheit und erleuchtet das Bewusstsein mit dem göttlichen Licht von Wissen und Erkenntnis.

Naam Japo/Naam Simran zu praktizieren, bildet laut Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus, eine der Hauptgrundlagen in der Sikh Religion.

Naam ist die Existenz und Realität Gottes, es ist der Name Gottes, der kosmische Klang (Naad), der sich allen Sikh Gurus und gesegneten Gursikhs in Form des "Gur Mantar Waheguru" in ihrem eigenen Bewusstsein - durch die Gnade des wahren Gurus offenbarte.

Gursikhs wurden und werden mit Waheguru Naam gesegnet. Dieser Vorgang ist ein Prozess der persönlichen, inneren Erfahrung.
Bei der Amrittaufe in den Khalsa Panth werden die getauften Sikhs (Amritdharis) gemeinsam von den fünf Geliebten,
Panj Piare in das "Gur Mantar Waheguru" initiiert.

Nanak sagt: Das Gur Mantar ist in mir eingepflanzt/eingegeben worden. Dieser Name allein befindet sich in meinem Herzen.
(SGGS, Ang 188)
Meditiere auf den makellosen Herrn und durchtränke deinen Geist mit ihm... Oh Geist, es gibt nur eine Medizin, ein Mantra und eine Heilung – fokussiere dein ganzes Bewusstsein fest auf den Einen Herrn.
(SGGS, Ang 156)
Diejenigen, die mit Deiner Gnade gesegnet werden, erhalten den Juwelen von Naam, den Namen des Herrn.
(SGGS, Ang 12)
Ich habe den Namen des Herrn erworben, seine Süße, sein Wert sind unbeschreiblich.
(SGGS, Ang 436)
Der Eine Name ist der wahre Schatz, der wahre Reichtum, O Pandit höre auf diese wahren Lehren.
(SGGS, Ang 492, M. 3)
Der perfekte Guru hat den Namen des Herrn in mir implementiert; es hat meine Zweifel von innen zerstreut... Ich bleibe liebevoll auf den Einen Herrn eingestimmt. Naam, der Name des Herrn verweilt in mir.
(SGGS, Ang 1424 M. 4)
Wo es keine Mutter, Vater, Kinder, Freunde oder Geschwister gibt, Oh mein Geist, wird der Name des Herrn bei Dir sein und dir Hilfe und Unterstützung geben. Wo der große und schreckliche Bote des Todes versuchen wird, dich zu vernichten, da wird nur Naam mit dir gehen. Wo Schwierigkeiten/Hindernisse unerträglich schwer sind, wird der Name des Herrn dich in einem Augenblick retten. Mit der Durchführung unzähliger religiöser Rituale wirst du nicht gerettet werden. Der Name des Herrn wäscht Millionen von Sünden ab. Als Gurmukh, rezitiere den Naam, Oh mein Geist. O Nanak, Du wirst unzählige Freuden erhalten.
(Gauri Sukhmani, Ang 264, M. 5)

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus beschreiben im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten, dass der Gottsuchende sich mit Naam, der göttlichen Existenz in Form des Gur Mantar (Gurmantra) Waheguru verbinden sollte, um in diesem und in kommenden Leben, die Verbindung mit Waheguru (Gott) zu festigen, um über den "Weltozean der Maya" zu gelangen, bis die Individual Seele die Einheit mit Gott erreicht hat. Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott mit verschiedenen Namen aufgeführt, aber nur der Eine Name Waheguru ist in der Sikh Religion zugleich auch das Gur Mantar.

Satguru Nanak Dev lehrt in Siri Raag, SGGS Ang 72, M.1

Eyk Naam Hukam hai - Nanak Satgur diya bujhaa-ey Jio

Der Eine Name ist das Gebot (die Anweisung) des Herrn.
Oh Nanak, der Wahre Guru hat mir dieses Verständnis gegeben.

The One Name is the Lord´s Command.
O Nanak, the True Guru has given me this understanding.

Bhai Gurdas schreibt in Varan 13, Pauri 2

WAHEGURU ist GUR MANTAR durch meditieren darauf, wird das Ego ausgelöscht.

In Varan 24, Pauri 1 erläutert Bhai Gurdas:

Der wahre Guru Nanak Dev inspirierte die Menschen, sich an den wahren Namen des Herrn zu erinnern, dessen Form die Wahrheit ist. Er gründete Dharamsala, den Platz des Dharma in Kartarpur, dieser Platz, von der Wahrheit bewohnt, bekam der Aufenthaltsort der Heiligen Kongreation (der Sikhs). Guru Nanak segnete und übermittelte das Wort "Waheguru" (Namen Gottes) an die Menschen.

Gurbani, das Wort Gottes/Gurus, die Sikh Gebete (Nitnem Banis) und NAAM, der Name des Herrn, haben eine tiefe Bedeutung in der Sikh Religion. Der Aspirant wird mit Waheguru Naam und Gurbani gesegnet, sie geben ihm die Kraft, Vertrauen, Stärke und Ausdauer, die bindenden Einflüsse der Maya zu transzendieren. Das Gur Mantar Waheguru wird hier das Gefährt, um sich mit Waheguru (Gott) zu verbinden.

Der Name (Waheguru) wird das Instrument um Gott, den Herrn zu realisieren. In Raag Bhairon betont Guru Arjan Dev, dass der Name dieselbe Intensität von Wahrheit und Qualität in sich trägt, wie die Realität Gottes, die göttliche Substanz (Naam) selbst. Um die Beziehung der menschlichen Seele und Ihrem Schöpfer herzustellen, haben die Sikh Gurus den Kanal des göttlichen Namens in Form des Gur Mantar der Menschheit zu Verfügung gestellt. Der Suchende, der diesen göttlichen Namen adoptiert, oder mit Naam durch Guru gesegnet wird, kann sich durch Gottes Gnade mit ihm verbinden.

Innere Erkenntnis, das Leben in Demut, Mitgefühl, Gottesfurcht, Liebe, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft, Stärke, Mut und Vergebung zu leben, ist die Aufgabe eines jeden Sikhs. Alle Tugenden kommen wie Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus immer wieder im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten stets betonen, aus NAAM, aus dem göttlichen Ursprung allen Seins, aus den Qualitäten Gottes, aus dem Einen Namen.

Ein moral-ethisch auf Gott ausgerichtetes Leben in der Sikh Religion, wächst demnach, aus dem sich konstanten Verbinden mit Guru/Gott durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation, durch das Lesen, Rezitieren, Beten und Singen der GURBANI, dem Heiligen Wort Gottes/Gurus und NISHKAM SEVA, dem selbstlosen Dienen.

Für mehr Informationen über das Gur Mantar Waheguru - Waheguru Naam Meditation können Sie hier beim DISR unter Gur Mantar Waheguru nachlesen.

(Auszug von: www.sikh-religion.de)

Maya

Maya, wird als eine temporäre Illusion, Scheinwelt oder Unwirklichkeit definiert. Sie ist eine der grundlegendsten Ablenkungen bei dem Vorhaben Gott zu erreichen. Dort, wo weltliche Anziehung und Verhaftung dem Menschen temporäre Befriedigung geben (Freude als auch Leid), wird der Suchende im Prozess der Hingabe zu Gott aufgehalten. Satguru Nanak Dev betont, dass die Maya nicht als eine Referenz zur Unwirklichkeit der Welt anzusehen sei, sondern aufgrund ihrer Qualitäten, Eigenschaften und Einflüsse, die sie repräsentiert. Sobald der Mensch von Gott, vom Namen Gottes getrennt ist, können die starken Einflüsse der Maya, die Individual Seele noch stärker an die Scheinwelt der Illusionen binden und durch sie operieren. Folgedessen akkumiliert die Individual Seele neues Karma und der Kreislauf von Wiedergeburt und Tod kann nicht durchbrochen werden. Akaal Purakh/Waheguru hat die fünf Elemente (Panch Tattva) kreiiert. Im Siri Guru Granth Sahib auf Ang 1031 werden sie als: Ap (Wasser), Tej (Feuer), Vaaye (Luft) Pirthmi (Erde) und Akash (Äther) bezeichnet. Gott hat die Maya (Scheinwelt/Illusion) erschaffen, aus ihr gehen die 3 Qualitäten (Gunas): Tamas, Rajas und Sattwa hervor. Sie wirken als materielle Natur durch den gesamten Schöpfungsmechanismus hindurch. Die Eigenschaften der Maya und die fünf Diebe (siehe Panj Chor) binden und überschatten jeden Menschen.

ਰਜ ਗੁਣ ਤਮ ਗੁਣ ਸਤ ਗੁਣ ਕਹੀਐ ਇਹ ਤੇਰੀ ਸਭ ਮਾਇਆ ॥ ਚਉਥੇ ਪਦ ਕਉ ਜੋ ਨਰੁ ਚੀਨ੍ਹ੍ਹੈ ਤਿਨ੍ਹ੍ਹ ਹੀ ਪਰਮ ਪਦੁ ਪਾਇਆ ॥੨॥:
Raj gun tam gun sat gun kaheeai ih teri sabh maya. Chauthe pad kau jo nar cheenai tin hee param pad paaiaa ||2||

Rajas, die Qualität von Energie und Aktivität, Tamas, die Qualität von Dunkelheit und Trägheit und Satva, die Qualität von Reinheit und Licht, werden alle als die Kreation der Maya beschrieben, Deine Illusion. Die Person, die den vierten Bewusstseinszustand verwirklicht - sie allein erlangt den höchsten Zustand.

Raajas, the quality of energy and activity; Taamas, the quality of darkness and inertia; and Satva, the quality of purity and light, are all called the creations of Maya, Your illusion. That man who realizes the fourth state - he alone obtains the supreme state. (SGGS, Ang 1123)

Gott selbst hat die Maya, die materielle Natur und das Spiel der Kräfte erschaffen. Im folgenden werden die Qualitäten von Gott und Maya - dem ewig-existierenden und dem vergänglich-relativen Bereich der Schöpfung gegenüber gestellt.

Maya Gott - Akaal Purakh Waheguru
Asat = ist nicht wahr Sat = Gott ist wahr
Jarh = tote Entität, vergänglich, nicht beständig Chit = Gott ist ewig existent
Dukh = Leid, Sorgen, Schmerz Anand = Gott ist Glückseligkeit, ewige Freude

Die vier Schichten der Persönlichkeit (Antischkarm), die Akaal Purakh/Waheguru (Gott) verdecken, sind:

Man Geist
Budh Intellekt, Wissen, Unterscheidungskraft,
Chit Speicher von Erfahrungen, Zweifel, Probleme,
Ahankar Ego

Wenn diese vier Ebenen, der individuellen Persönlichkeit transzendiert werden, ist der Zustand von Brahm Gyan erreicht.

Fünf Diebe (Pānj Chor)

In der Sikh Religion sind die Einflüsse von Lust, Zorn, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego als die Fünf Diebe (Pānj Chor) bekannt, von denen man weiss, daß sie den Weg zu Gott erschweren. Sikhs glauben, daß sich die Welt im Zyklus des Kali Yuga befindet. Das Kaliyuga, ist das Zeitalter der Dunkelheit und Ignoranz, wo die Welt und das menschliche Bewusstsein durch die Liebe zur Dualität, Bindung und Anhaftung an die Maya, die Einheit mit Gott verhindert.

  • Kaam       Lust
  • Krodh      Zorn
  • Lobh        Gier
  • Moh         Emotionale/materielle Anhaftung
  • Hankaar  Ego (auch als Haumai bekannt)

Fünf Tugenden

Die Fünf Tugenden werden durch die Verankerung im Namen Gottes Waheguru, durch Liebe und Hingabe zu Gott, dem sich Verbinden mit der Gurbani, Seva und aufrichtiges Bemühen im menschlichen Bewusstsein erweckt. Somit ist der Weg der Sikhi einzigartig.




  • Sat          Wahrhaftigkeit
  • Daya       Mitgefühl
  • Santokh Zufriedenheit
  • Nimrata  Demut, Wohlwollen, Bescheidenheit
  • Pyar        Liebe zu Gott und seiner Schöpfung
Überwindung der Maya

Das Schicksal der Menschen, die den Fünf Dieben (Feinden), den Eigenschaften der Maya ständig ausgeliefert sind, resultiert in der Trennung zu Gott, was zu Dualität, Verlust von Seelenfrieden, Liebe, Mitgefühl, Respekt und Rechtschaffenheit führt. Handlungen, die sich gegen das göttliche Naturgesetz richten, häufen neues Karma auf individueller, als auch auf kollektiver Ebene an. Um den schwer zu kontrollierenden Geist zu bändigen, ihn von den Millionen von Eindrücken der Lebenszyklen zu reinigen, ihn von der Anhaftung an die Maya zu befreien, wird dem Aspiranten in der Sikh Religion der Eine Name Gottes, das Gur Mantar Waheguru - als Medizin verschrieben.

Naam ist die alles heilende Medizin und Naam ist der Akt der Wiedergutmachung. Der Name des Herrn, Gott, ist die Unterstützung der Seele und der Atem des Lebens.
Naam is the all-curing medicine and Naam is the act of atonement. The Name of the Lord, God, is the Support of the soul and the breath of life.
(SGGS, Raag Gauri, Ang 184)

ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤੁ ਹੈ ਦਾਰੂ ਏਹੁ ਲਾਏਹੁ ॥ Har kaa naaam amrit hai daaroo eh laaehu.
Der Name des Herrn ist Amrit - nimm diese heilende Medizin.
The Name of the Lord is Amrit - take this healing medicine.
(SGGS, Ang 554)
ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤ ਜਲੁ ਨਿਰਮਲੁ ਇਹੁ ਅਉਖਧੁ ਜਗਿ ਸਾਰਾ
Hari kaa naam amrit jal niramal ihu aoukhadh jagi saaraa.
Der Amrit Name des Herrn, das makellose (unbefleckte) Wasser des Gottes Namen, ist die beste Medizin in der Welt.
Amrit-Naam of the Lord, Immaculate Water of the Lord's Name, is the best medicine in the world.
(ਇਸ ਸਰੀਰਕ ਮੋਹ ਨੂੰ ਮਿਟਾਣ ਦਾ)
(SGGS, Ang 659)

Mit der Wiederholung des Gur Mantar, dem Namen Gottes Waheguru, beginnt der Geist eine Verbindung zu Gott aufzubauen. Der Geist beginnt sich zu reinigen, sich nach Gott zu sehnen. Er nimmt die Existenz und die Qualitäten des Schöpfers immer mehr im eigenen Bewusstsein wahr. Der Geist hat die Aufgabe von Waheguru, die Dualität zu transzendieren.

Parabh kaa simran sabh tay oochhaa, parabh kai simran udhray moochaa.
Von allen Religionen ist die beste Religion, die den Namen des Herrn wiederholt.
Dies allein ist die höchste fromme Tat.
Of all religions the best religion is to repeat the Lord's name. This alone is the most pious of deeds.
(Gauri Sukhmani, Guru Arjan Dev, Ang 263)

System der Sikh Gurus

Ein Leben in Hingabe an Waheguru - Gott zu leben, eine optimistische Grundeinstellung Chardi Kala zu bewahren, dem Willen Gottes zu folgen Hukam, sich stets an Gott zu erinnern, in Form von Naam Japo/Naam Simran, Shabad Kirtan zu singen, die Ausübung der täglichen Nitnem Banis (Sikh Gebete) und das selbstlose Dienen Seva in der Gemeinde und in der Gesellschaft, wird dem Sikh die Kraft geben, die Einflüsse der Maya, die Fünf Feinde und die vier Ebenen der Persönlichkeit zu reduzieren und sie mit der Gnade Gottes, eines Tages vollständig zu transzendieren, um die Einheit mit dem allmächtigen Schöpfergott zu realisieren. Die Sikhs glauben, daß die Gemeinschaft des Sadh Sangat, die Heilige Versammlung im Gottesdienst der Sikhs, einer der Schlüssel ist, sich mit Guru und Gott zu verbinden.

Satguru Nanak Dev's Ideal ist das Öffnen seiner Selbst zum göttlichen Namen und die Anpassung an das Dharam, der Rechtschaffenheit. Dies ist die Göttliche Anweisung (Hukam). Satguru Nanak Dev beschrieb das Ergebnis der disziplinierten Anwendung von Naam Simran als ein

Wachsen in Richtung Gott

Die letzte Ebene ist Sach Khand, das Reich der absoluten Wahrheit und Ewigkeit, die höchste spirituelle Ebene, die endgültige Vereinigung mit Gott - der Wohnstätte Gottes.

Karma ਕਰਮ

Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Welche Taten und Handlungen ein Mensch auch immer vollzieht, haben einen Effekt, eine Auswirkung. Das Konzept des Karmas wird von Religionen des Buddhismus, Hinduismus, Jainismus und dem Sikhismus geteilt. In der differenzierten Analyse gibt es bei den oben erwähnten Religionen in der Auslegung des Karmas Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

ਜੇਵੇਹੇ ਕਰਮ ਕਮਾਵਦਾ ਤੇਵੇਹੇ ਫਲਤੇ ॥
Jevehe karma kamaavadaa tevehe phalate
Man erhält die Früchte gemäss der Taten, die man tut.
One obtains fruits according to the deeds which he does.
(SGGS, Ang 317)
Der Körper ist das Feld von Karma in diesem Zeitalter, was auch immer Du säest, wirst Du ernten.
The body is the field of karma in this age, whatever you plant, you shall harvest.
(SGGS, Ang 78)
ਦੁਖੁ ਸੁਖੁ ਦੀਆ ਜੇਹਾ ਕੀਆ ਸੋ ਨਿਬਹੈ ਜੀਅ ਨਾਲੇ
Dukh sukh deeaa jehaa keeaa so nibahai jeea naale
Gott verleiht Schmerz und Freude, gemäss der Taten, die das Individum vollzogen hat. Die Aufzeichnung all´ dieser Handlungen und Taten bleiben bei der Seele.
God bestows pain and pleasure, according to the deeds done; the record of these actions stays with the Soul.
(SGGS, Ang 581)

In der Sikh Religion werden drei Formen von Karma erwähnt:

1. Sanchit: Karma, dass wir über viele Leben angesammelt haben.
2. Paralabdh: Karma, dass wir in dieses Leben mitbringen.
3. Kiriaman: Das gegenwärtige Karma, welches aus den neuen Handlungen entsteht.

Im Sikhismus wird das Karma durch das Konzept von Gottes Gnade Nadar, Mehar, Kirpa, Karam etc. verändert:

Nadar ਨਦਰਿ bedeutet übersetzt, in Seinem (Gottes) barmherzigen Blick zu sein.  Das Wort Nadar stammt vom arabischen Wort Nazar ab und bedeutet "Blick/Gunst". Das Fundament von Nadar ist, das der allmächtige, barmherzige Schöpfergott seine Schöpfungen jederzeit beeinflussen und ändern kann, und somit auch das Karma des Individum, wenn dies Sein Wille ist. Die Sikh Gurus akzeptierten die Lehre vom Karma nicht als ein unveränderliches Gesetz, sondern als ein System der Natur, das dem Hukam - dem Willen Gottes und Nadar, der göttliche Gnade unterworfen ist - zwei Komponente, die Satguru Nanak Dev zum Konzept der Karma Lehre hinzufügte. Das regulierende göttliche Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma), kann demzufolge durch die Gnade Gottes (Nadar) und durch sein Hukam (Wille/Anweisung) "ausser Kraft gesetzt" werden. Dem Konzept von Nadar liegt zugrunde, dass Akaal Purakh/Waheguru auf die tiefen und aufrichtigen Gebete seiner Menschenkinder reagiert, die ihn um seine Gnade und um Vergebung bitten. In den heiligen Hymnen des Siri Guru Granth Sahib, betonen die Sikh Gurus, wie unentbehrlich Gottes Gnade in der spirituellen Suche ist und diese in Hingabe, Liebe, Meditation und Kontemplation ständig vom Aspiranten erbeten wird.

Die folgenden Begriffe die das Konzept von Nadar (Gottes Gnade) ausdrücken sind: 

Mehar - Liebe, Gunst, Gnade

Kirpa - Segen, Gnade, Zärtlichkeit (Kirpa Katakh - Blick oder Gnadengabe)

Karam - Gunst und Gnade

Bakhshish - Segen, Gabe, Geschenk, Bewilligung seiner Gnade


Satguru Nanak Dev lehrt:

Der Körper wird aufgrund von Karma geboren, aber Erlösung wird nur durch die Gnade Gottes erreicht. (SGGS, Ang 2)
ਗੁਰ ਕਾ ਸਬਦੁ ਕਾਟੈ ਕੋਟਿ ਕਰਮ ॥੩॥੧॥: Gur ka Shabad kaatai koti karam
Guru´s Shabad vernichtet Millionen von (vergangenem schlechten) Karma.
The Guru's Shabad eradicates millions of (past bad) Karma ||3||1||
(SGGS, Ang 1195)
Die vielen religiösen Rituale, gute Taten des Karmas und die dharmische Anbetung - über alldem steht Naam, der Name des Herrn.
The many religious rituals, good deeds of karma and Dharmic worship - above all of these is the Naam, the Name of the Lord.
(SGGS, Ang 405)
Auf dem Gebiet der Handlungen und Karma, pflanze den Namen des Herrn, diese Gelegenheit ist so schwer zu erlangen.
In the field of actions and karma, plant the Lord's Name, this opportunity is so difficult to obtain.
(SGGS, Ang 812)

Auf Gottes Namen meditieren, die Gurbani lesen, rezitieren, Seva praktizieren, gute und noble Handlungen vollziehen, können die Konsequenzen von vergangenem negativen Karma abschwächen oder eliminieren, wenn dies die "Gnade und der Wille Gottes" ist.

Reinkarnation

Im Japji Sahib, welches von Guru Nanak Dev verfasst wurde, werden fünf Disziplinen aufgeführt, die den Menschen aus dem Rad der Reinkarnation (aus dem Kreislauf der Wiedergeburten) herauslösen:

  • Dharam: Das Reich der Rechtschaffenheit als grundlegendes spirituelles Gesetz. Pflicht und Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen, sich für Rechtschaffenheit aller einsetzen und ein ethisch-moralisches auf Gott ausgerichtetes Leben führen.
  • Gyan: Das Reich des Wissens/Weisheit - das Wissen über Gott, Seine Schöpfung und Naturgesetze zu erlangen.
  • Saram: Das Reich der Demut - Reinigung des Geistes durch Anstrengung und Bemühen.
  • Karam: Das Reich der Gnade - Selbstlosigkeit führt zu Göttlicher Gnade und Stärke des Geistes.
  • Sach: Das Reich der absoluten Wahrhaftigkeit und Ewigkeit - die höchste spirituelle Ebene, die Wohnstätte Gottes.

Khand (bedeutet Ort), Dharam, Gyan, Saram, Karam und Sach verweisen auf die Ethik von der Wurzel bis hin zum Thron des Allmächtigen.

Die vier Padarath

In der Sikh Religion gibt es die vier Padarath ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ: Padarath kann als "Schatz", "Reichtum" und "Segen" übersetzt werden.

Auf der spirituell-religiösen Reise der Individual-Seele durchläuft diese verschiedene Stufen und Stationen, um die Vereinigung mit dem allmächtigen Schöpferherrn zu erreichen. Diese vier Schätze - die Char Padarath ( ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ) sind:

  • Janam Padarath (ਜਨਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der spirituellen Geburt/Leben
    (Treasure of Spiritual Birth/Life)
  • Gyaan Padarath (ਗਿਆਨੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des spirituellen Wissens
    (Teasure of Spiritual Knowledge)
  • Naam Padarath (ਨਾਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des göttlichen Wissens
    (Treasure of Divine Wisdom - supreme command)
  • Mukt Padarath (ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der Befreiung
    (Treasure of Salvation)
Die vier Purusharthas

Im Siri Guru Granth Sahib werden die vier Purusharthas u.a. auf Ang 816, Ang 927, Ang 1201 wie folgt erwähnt:

SGGS, Ang 816

ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਦੇਤੇ ਨਹੀ ਬਾਰ ॥੨॥
Ḏẖaram arath ar kām mokẖ ḏeṯe nahī bār. ||2||
Er zögert nicht, mich mit Rechtschaffenheit und Glauben, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung zu segnen.
He does not hesitate to bless me with Dharmic faith, wealth, fulfillment of desire and liberation. ||2||
SGGS, Ang 927

ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥ ਨਾਥ ॥
Ḏẖaram arath ar kām mokẖ mukaṯ paḏārath nāth.
Rechtschaffender Glaube, Wohlstand, Wunscherfüllung und Erlösung; der Herr schenkt diese vier Segnungen. Righteous faith, wealth, fulfillment of desire and salvation; the Lord bestows these four blessings.
  • Dharam: Rechtschaffenheit - righteousness
  • Arth:       Wohlstand - prosperity/wealth
  • Kam:      Erfüllung der Wünsche
                   fulfillment of desire
  • Mokh:     Befreiung - liberation
Ethik in der Sikh Religion

Die Notwendigkeit den Geist zu kontrollieren und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu unterwerfen werden immer wieder in der Sikh Religion gelehrt. Alle Tugenden, wie Wahrheit - SAT, Zufriedenheit - SANTOKH, Liebe - PREM, Mitgefühl - DAYA, Selbstloser Dienst - SEVA, Wohltätigkeit - DHANA, Vergebung - KSANA, Demut - NIMRATA, Geduld - DHEERJH, Nicht-Anverhaftung - VAIRAGYA und Keuschheit/Enthaltsamkeit - TAIGA, bilden die ethischen Grundlagen in der Sikh Religion.

Gurbani und Shabad Kirtan

Sikhs verweisen auf die Heiligen Hymnen der Sikh Gurus in Form der Gurbani (dem Wort Gottes/Gurus), welches Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Akaal Purakh Waheguru empfangen und der Menschheit offenbart haben. Shabad Kirtan ist das Singen und Muszieren dieser Heiligen Hymnen. Die gesamten Verse des Siri Guru Granth Sahib sind in einer Form von Poesie und Reim verfasst, um in 31 Haupt Raaga, 31 Mishrat Raaga und 17 Taala rezitiert zu werden. Satguru Nanak Dev begann die Shabad Kirtan Tradition. Er und alle Sikh Gurus betonten die Wichtigkeit des Praktizieren von Shabad Kirtan. Ebenso ist das Hören von Shabad Kirtan ein kraftvoller Weg, um innere Ruhe und eine meditative Haltung zu erreichen. Den Einen universellen Schöpfergott mit Hingabe zu besingen, zu lobpreisen, die Gurbani (das heilige Wort Gottes/Gurus) zu rezitieren, ist ein effektiver Weg, um in Einklang mit Akaal Purakh/Waheguru - mit der Quelle allen Seins zu gelangen. Lesen Sie hier mehr über Shabad Kirtan.

Meditation und Kontemplation ist fruchtlos ohne
Dienst und Taten

Die Sikhs haben gelernt, daß neben der Meditation, selbstloser Dienst Nishkam Seva und wohltätige Arbeit  den Gläubigen dazu befähigen, die bindenden Einflüsse der Maya (Scheinwelt/Illusion) zu reduzieren. Im selbstlosen Dienen opfert der Sikh seine fünf Diebe, zu dem das Ego (Ich - Ahankar/Haumai) gehört. Gott und seiner Schöpfung zu dienen, ist ein Privileg. Seva auszuüben, segnet den Sikh mit einem Zustand innerer Freude, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

In der Sikh Religion gibt es drei Formen von Dienst:

  • Tan - physischer Dienst
  • Man - mentaler Dienst
  • Dhan - materieller Dienst

Der Sinn des Lebens in der Sikh Religion

Gemäß Satguru Nanak Dev ist der höchste Sinn des menschlichen Lebens, sich mit Gott - Akaal Purakh/Waheguru zu vereinigen.

Dieser menschliche Körper wurde dir gegeben. Dies ist deine Chance, Gott den Herrn des Universums zu begegnen. Nichts anderes wird funktionieren. Tritt der heiligen Versammlung (Sadh Sangat) bei und meditiere auf den Juwelen des Namen (Waheguru).

This human body has been given to you. This is your chance to meet the Lord of the Universe. Nothing else will work. Join the Sadh Sangat, the company of the Holy, vibrate and meditate on the Jewel of the Naam (Waheguru)
(SGGS, Ang 12).

Die bindenden und überschattenden Eigenschaften der Maya (Scheinwelt/Illusion), die fünf Feinde, sind die größte Hürde, um die Vereinigung mit Gott zu realisieren. Durch Befolgen der Gurmat Lehre der Sikh Gurus, sich stets an Naam zu erinnern, die Realität, Existenz und Allmacht des Schöpfers in sich zu vergegenwärtigen, auf Waheguru zu meditieren, der Gemeinschaft und Gottes Schöpfung selbstlos zu dienen, erreicht der Gläubige einen reinen Geist, Stärke, Festigkeit und Zufriedenheit. In diesem Evolutionsprozess der Individual Seele, wird die Maya schrittweise transzendiert, um die Einheit mit dem wundervollen Schöpfergott eines Tages zu realisieren.

Satguru Nanak Dev bezeichnete das Wort Guru als die Stimme der Seele - die Quelle der Weisheit und die Führung zur Vereinigung mit Gott. So wie Ik Onkar universal immanent ist, sind Guru und Akaal Purakh eine Entität - Ik roop hai. Man verbindet sich mit Guru/Gott nur durch ständige selbstlose Suche und Liebe nach der Wahrheit.

Schließlich realisiert der Suchende, daß es das eigene innere Bewußtsein ist, welches den Ursprung in Gott hat. Der menschliche Körper ist nur ein Mittel, um die Vereinigung mit der Wahrhaftigkeit (Gott) zu realisieren. Sobald die Wahrheit (Gott) im Bewusstsein einer Person zu erstrahlen beginnt, sich der Geist vollständig in Gott ergeben hat, die Maya überwunden ist, offenbart sich die Essenz, die Schönheit und Herrlichkeit Gottes im eigenen Bewusstsein.

Gurudwara, das Gebetshaus der Sikhs

Das Gebetshaus der Sikhs wird in Gurmukhi als Guru-duara bezeichnet. Der Gurudwara oder Gurdwara ausgesprochen, ist der Toreingang zu Guru/zu Gott. Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden Menschen, ungeachtet seiner Herkunft, Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikh Gemeinde dar und Pangat die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar symbolisiert das Aufheben sozialer Unterschiede und demonstriert universelle Brüderlichkeit und Verbundenheit unter den Menschen. Sie alle sind die Schöpfungen und Manifestationen des Einen transzendentalen Schöpfergott, der Vater und Mutter für alle ist. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt.

Vor dem Betreten des Gurudwaras waschen sich die Besucher die Hände (optional die Füsse) und bedecken sich den Kopf mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Unter Gurudwara Protokoll können Sie weitere Verhaltensregeln und den Ablauf eines Gottesdienstes in der Sikh Gmeinde nachlesen. In der Sikh Religion gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi  ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder Sikh, der den Siri Guru Granth Sahib lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten.

Abschließend

Als Satguru Nanak Dev in die Welt hinausging, um die Botschaft und den Namen Gottes im Kaliyuga (dem dunklen Zeitalter) zu verbreiten, wurde Guru Nanak Dev als Satguru, die Manifestation der göttlichen Wahrhaftigkeit auf Erden, bezeichnet. Satguru ist ohne Dualität und Eins mit Gott. Er selbst, wie alle Sikh Gurus, haben sich als Diener Gottes und der Menschheit angesehen. Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus haben ihre Einheit mit Gott im Siri Guru Granth Sahib mehrfach erwähnt. Der Ursprung der Sikh Religion liegt ausschliesslich in den Lehren von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus. Satguru Nanak Dev lehnte bereits in jungen Jahren das Konzept des Hinduismus ab. Auch folgte er nicht der islamischen Religion. Orientalisten, Brahmanisten und westliche Gelehrte schreiben u.a., dass die Sikh Religion von der Bhakti Bewegung/Santtradition des Hinduismus abstammt oder eine Synthese aus Hinduismus und Islam sei, beides ist aus Sicht der Sikh Gurus und den Grundlagen der Sikhi nicht zutreffend und verfehlt die Darstellung der Sikh Religion. In diesen Analysen und Beschreibungen (aus verschiedenen politisch-religiösen motivierten Gründen), wurden nur wenige unabhängige Sikh Gelehrte (Gyanis), Sikh Historiker und Wissenschaftler mit einbezogen, ebenso wurden die 300-450 Jahren alten Taksals und Sampardai´s, die die originalen Grundlagen der Sikh Religion seit Zeiten der Sikh Gurus bewahrt haben, nicht mit berücksichtigt. Die Sikh Religion ist keine Synthese aus Hinduismus und Islam, noch ist sie eine Untergruppierung einer anderen Religion. Auf sozio-kultureller als auch auf historisch-religiöser Ebene ist die Sikh Relgion eine distinkte, in sich eigenständige Religion, basierend auf den Lehren von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus. Die Sikh Religion teilt zwar Konzepte wie Karma, Reinkarnation und den Monotheismus mit anderen Religionen, aber auch hier in der detaillierten Analyse gibt es diffizile Unterschiede. (Eine Vergleichsanalyse der Religionen aus Sicht der Sikh Religion folgt in Kürze)

Sikhs besitzen mit dem Siri Guru Granth Sahib Ihre eigene göttlich offenbarte Heilige Schrift. Der Siri Guru Granth Sahib ist die Offenbarung und Manifestation der Gurbani (dem Wort Gottes/Gurus). Der Reine Shabad Guru wird als der Ewig-lebende Guru der Sikhs verehrt. Alle Sikh Gebete und Sikh Zeremonien, wie die Namensgebung, Heirat, Tod, die Gründung des Khalsa Panth (Akal Fauj), die Amrittaufe (Khande di Pahul), die 5 Glaubenssymbole der Sikh Religion (5K´s), das Konzept von Miri-Piri und dem Sant-Sipahi, das Gründen eines eigenen Alphabets (Gurmukhi), einer eigenen Schrift/Sprache, die Offenbarung des Gottesnamen Waheguru durch Satguru Nanak Dev, die Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru, die Meditation mit dem Mool Mantar, das Singen von Shabad Kirtan sind zu Lebzeiten der Sikh Gurus offenbart, verfasst, gelehrt und etabliert worden.