Sikh Religion

Eine Religion der universellen Brüderlichkeit - die fünftgrösste Weltreligion
Kernaussagen der Sikh Religion
(Quelle: T-Series)
  • Die Sikhs glauben an Einen universellen Schöpfergott - Ik Onkar (monotheistische Religion).
  • Die Sikh Religion lehrt, daß Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht vor den Augen Gottes alle gleich sind. Sie alle sind die Manifestation des Einen transzendentalen Schöpfergottes.
  • Frauen und Männer sind laut der Sikh Religion gleichberechtigt.
  • Sikhs respektieren alle Religionen.
  • Die Sikh Religion lehrt das Recht auf Selbstbestimmung und Religionsfreiheit. Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne dabei andere zu verletzen, zu verurteilen oder unter Zwang zu konvertieren.
  • Die Sikh Religion betont die tägliche Hingabe an die Verinnerlichung Gottes. Ein Sikh sollte sich bei allem was er/sie tut, stets an den Schöpfergott in Form von Naam Japo/Naam Simran (der Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes - Waheguru Naam), erinnern.
  • Ein Sikh sollte moralische Verantwortung und Rechtschaffenheit präsentieren und ein ethisch, wahrheitsgemässes auf Gott ausgerichtetes Leben führen.
  • Die Sikh Religion lehrt den Dienst an der Gemeinschaft (Seva). Die primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs sollte es sein, den Notleidenden und Schwachen zu helfen. Sikhs sind dazu angeleitet, der Schöpfung Gottes bestmöglich zu dienen - der eigenen Gemeinde als auch der Gesellschaft.
  • Der Sikh Religion lehnt den Polytheismus, Götteranbetung, Fasten, leere Rituale, Aberglauben und das Kastensystem ab.
  • Das Wort Sikh bedeutet im Punjabi "Schüler". Sikhs sind die Schüler Gurus/Gottes, die den Schriften und Lehren der zehn Sikh Gurus folgen.
  • Die Sikh Religion lehnt den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen ab. Die grosse Mehrheit der Sikhs sind Vegetarier. Getaufte Sikhs (Amritdharis), die dem Khalsa Panth angehören, ernähren sich vegetarisch.
  • Die 3 Grundprinzipien der Sikh Religion

    Satguru Nanak Dev lehrte drei fundamentale Grundlagen:

    • KIRAT KARO - Arbeite hart und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
    • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich bei allem, was Du tust an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realtität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru. Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion und das Gurmantra.
    • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.

Was ist Sikhi ?

Sikhi ist ein universeller Lebensweg zur Vereinigung mit Gott, der von Satguru Nanak Dev gelehrt wurde. Guru Nanak Dev bot der Menschheit diesen Weg an, um das Leben durch Gyan - das Wissen über Gott und seine Naturgesetze zu verstehen und die Vereinigung mit Gott durch das Praktizieren von Naam Simran - (Waheguru Naam Meditation) und Seva (selbstlosen Dienst) zu erreichen sei.

WAHEGURU ist die Terminolgie für Gott und bedeutet wunderbarer Erleuchter, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit zerstört, und das Licht der Erkenntnis bringt.

NAAM beschreibt das dynamische, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes. Naam wird ebenfalls im Siri Guru Granth Sahib und den Sikh Gebeten als der Eine Name des Herrn (Waheguru) beschrieben.

Naam Simran im Willen Gottes zu praktizieren, beschreibt Satguru Nanak Dev im Sri Japji Sahib in Pauri 25 "Band Khalasi Bhane Hoe". Das eine göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru hat sich in allen Sikh Gurus auf Erden manifestiert. Die Offenbarungen und Weisheiten des Siri Guru Granth Sahib sind universell, offen, zugängig und eine Inspiration für jeden Menschen. Für die Sikhs ist der Siri Guru Granth Sahib die höchste religiöse, spirituelle Führung. Die Sikhi hat sich zur fünftgrössten Weltreligion entwickelt.

Wie entstand die Sikh Religion ?

Die Grundlagen der Sikh Religion, auch bekannt als Sikhismus und Sikhi sind von Satguru Nanak Dev und den neun nachfolgenden Sikh Gurus festgelegt worden. Bevor Guru Gobind Singh, der letzte Sikh Guru in menschlicher Form 1708 diese Welt verliess, ordnete Er an, daß der Siri Guru Granth Sahib von nun an der Ewig-lebende Guru, die höchste religiöse-spirituelle Autorität der Sikhs sein wird. In der Sikh Religion verweist das Wort Guru auch auf Gott. Guru und Gott werden synonym im Siri Guru Granth Sahib bezeichnet. Die GURBANI ist das Wort Gurus/Gottes, dass die zehn Sikh Gurus, in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Waheguru (Gott) empfangen und der Menschheit offenbart haben. Der Ewige Guru - der Siri Guru Granth Sahib, ist JAAGDI JOT, das ewig existierende Licht Gurus/Gottes, welches die Schöpfung und das menschliche Bewusstsein erleuchtet.

Der Siri Guru Granth Sahib, ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, die zu Lebzeiten Ihrer Verfasser in Form der Gurbani offenbart, niedergeschrieben und zusammengestellt worden ist. Die Sikh Religion ist eine der großen Weltreligionen, die fünftgrößte Religion mit derzeit über 27 Mio. Anhängern. Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion, die ihren Ursprung während des 15. Jahrhunderts in der nord-westlichen Region des Punjabs auf dem indischen Subkontinent hat.

Die fundamentalen Glaubensvorstellungen des Sikhismus sind im Siri Guru Granth Sahib, artikuliert. Sie beinhalten: Unerschütterliches Vertrauen und Glauben in Guru und Gott, (Bhavana/Bharosa/Shraddha), Waheguru Naam Meditation auf den Einen, transzendenten, allesdurchdringenden und omnipräsenten Schöpfergott, die Gemeinschaft aller Menschen, selbstloser Dienst (Seva), das Streben sozialer Gerechtigkeit zum Wohle und Wohlstand aller, aufrichtiges Verhalten sowie das Bestreiten des Lebensunterhalts aus eigener Kraft.

Die Sikh Religion entstand als Satguru Nanak Dev sich in menschlicher Form auf dieser Welt manifestierte. Zu dieser Zeit herrschten die Pathana, eine islamistische Kaste über die Region, später die Mogulen. Es war eine Zeit der politischen, sozialen und religiösen Unruhen. Zwei der Sikh Gurus, der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev und der neunte Sikh Guru, Guru Tegh Bahadur, wurden von den Mogul Herrschern gefoltert und hingerichtet, nachdem Sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die beiden jüngsten Söhne des zehnten Sikh Gurus, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh, wurden in einem zarten Alter bei lebendigen Leibe eingemauert, als auch sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die islamische Ära der Hinrichtung von Hindus, Sikhs und anderen Glaubensrichtungen auf dem indischen Subkontinent, der Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Rechtschaffenheit erforderten Massnahmen. Die praktische und höchst vorbildliche Lebensweise der Sikh Gurus, sowie die Offenbarung der Gurbani, deckten alle Aspekte der Vollkommenheit ab, sodass der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh an Vaisakhi 1699 den Khalsa Panth im Hukam - Willen Gottes gründete und die Aufgaben an den Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen übergab. Der Khalsa Panth steht u.a. im Einsatz für die Aufrechterhaltung der Rechtschaffenheit auf Erden.

Satguru Nanak Dev etablierte das System einer kostenlosen Gemeinschaftsküche, genannt Guru Ka Langar, um die Wichtigkeit des Teilens und der sozialen Gerechtigkeit zu demonstrieren. Das Guru Ka Langar steht für ein friedvolles, sozial-gerechtes Miteinander unabhängig von Kaste, sozialem Status, Herkunft, Bildung, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit. Die Institutionalisierung einer Gemeinschaftsküche, die das Kastensystem transzendiert, war zu jener Zeit religiös, gesellschaftspolitisch revolutionär. Das Guru Ka Langar symbolisiert auf metaphysischer Ebene, dass jeder Mensch ein manifestierter Ausdruck des Einen transzendenten, allesdurchdringenen, omnipräsenten Schöpfergottes ist.
Der sechste Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib etablierte das Miri - Piri System, welches gleichwertig auf politisch/temporärer Ebene Miri und religiös/spiritueller Ebene Piri ko-existiert. Guru Hargobind Sahib hat aus der Notwendigkeit heraus, auf Anweisung seines Vaters, Guru Arjan Dev, eine Verteidigungsarmee aufgebaut, um die Menschen vor Unterdrückung, Tyrannei und Zwangskonvertierung zu beschützen. Die zukünftigen Krieger sollten über die Qualitäten eines Sant (Heiligen) verfügen und die Qualitäten eines rechtschaffenden Kriegers (Sipahi) in sich vereinen.

Der Begriff des Sant-Sipahi entstand in diesem Zusammenhang. Sant wird benutzt, um auf eine wissende und rechtschaffende Person zu verweisen. Eine Person, die Wissen und Erfahrung über Gott und seine Schöpfung besitzt. Ein "Sant" ist stets mit Guru/Gott verbunden. Er vergisst nie den Namen Gottes (Waheguru). Ein Sant lebt in Gottesfurcht und handelt im Willen Gottes. "Sipahi" bedeutet Krieger, bereit zu sein, für einen rechtschaffenden Zweck sein Leben einzusetzen. Ein Sant-Sipahi setzt sich für Wahrheit, Frieden, Freiheit und Rechtschaffenheit auf Erden ein. Er hat die Aufgabe, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen und das Dharam auf Erden aufrecht zu erhalten.

Die Grundlagen des Sikhismus basieren auf Naam Japo/Naam Simran, der Rezitation und Meditation auf Naam (Gurmantra Waheguru), Lobpreisung Gottes durch Shabad Kirtan, dem Singen und Musizieren der Heiligen Hymnen, dem Lesen/Rezitieren der Gurbani dem Wort Gurus/Gottes, Seva dem selbstlosen und ehrenamtlichen Dienst sowie die Ausübung des Nitnem der täglichen Sikhgebete. Die Sikh Gurus etablierten dieses System, um die Anwesenheit Gottes zu spüren, um sich mit Akaal Purakh/Waheguru zu verbinden und dabei die Einflüsse der Maya (die Scheinwelt, Illusionen/Bindungen, die fünf Feinde, zu dem das Ego gehört), positiv zu transformieren.

Satguru Nanak Dev lehrte:

Ein aktives, kreatives und bodenständiges Leben voller Aufrichtigkeit, Treue, Selbstbeherrschung und Reinheit zu führen, das über der metaphysischen Wahrheit steht. Der ideale Mensch ein Mensch sei, der die Vereinigung mit Gott erreicht, Seinen Willen (Hukam) erkennt, den Willen ausführt, und nach dem Willen Akaal Purakh/Wahegurus lebt.

Ik Onkar - Es gibt nur einen Schöpfergött
Nirgun und Sargun Aspekt

Der Sikhismus weist darauf hin, daß es Einen universellen Schöpfergott - Ik Onkar gibt, der omnipräsent, allumfassend, allesdurchdringend, die unzähligen Schöpfungen und das Universum kreierte und in allem existent ist. Diese singulare Entität von Ik Onkar ist in zwei Kategorien unterteilt: dem Nirgun Aspekt und dem Sargun Aspekt

Gott im Nirgun Aspekt ist ohne Attribute, unmanifest, formlos, nicht sichtbar, dennoch alles durchdringend, omnipräsent, der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der Göttlichen Realität.

Gott wird in seinem Nirgun Aspekt in der Sikh Religion mit folgenden Terminologien beschrieben:

  • WAHEGURU
    Wahe: wundervoller Herr/Erleuchter, jenseits aller Erklärungen.
    Guru: Gu heisst Dunkelheit - Ru, der die Dunkelheit zerstört und das göttliche Licht der Erkenntnis bringt.
  • AKAAL PURAKH : der ewige, zeitlose Eine, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
  • SATGURU: der Wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit.
  • SAT NAM: Sein Name ist Wahrheit.

In seinem Sargun Aspekt ist Gott mit Qualitäten, Eigenschaften und Attributen ausgestattet. Er ist manifest, sichtbar, immanent in seiner gesamten Schöfpung, wiederzufinden in der Gurbani - in den Heiligen Hymnen und Versen des Siri Guru Granth Sahib, sowie in der Verkörperung und Manifestation der zehn Satgurus auf Erden, die Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit sind.

Im Sikhismus verweist das Konzept Gottes auf WAHEGURU. Waheguru (Gott) - ist der Schöpfer und die Basis des Universums. Gott ist gestaltlos, zeitlos und unsichtbar - Niraṅkār, Akaal und Alakh. Am Anfang des ersten Textes der Heiligen Schrift, dem ewig lebenden Guru der Sikhs, steht geschrieben, daß Gott omnipräsent mit unendlicher Kraft über Alles steht und dies durch den Begriff Ik Onkar - Es gibt nur einen universellen Schöpfergott - verdeutlicht wird. Die Sikhs glauben, daß vor jeder Schöpfung nur Gott und Shabad existierte und durch Gottes Hukam (Gottes Wille) der gesamte Kosmos und die Schöpfungen erschaffen wurden.

Das Konzept Gottes wird auch als Akaal Purakh, der ewige Schöpfergott, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist und Nirankar formlos beschrieben. Guru Nanak Dev hat desweiteren erklärt, daß das Verständnis von Akaal  jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, doch zur gleichen Zeit nicht völlig unverständlich oder nicht zugängig sei. Akaal Purakh ist omnipräsent Sarav Viāpak in allen Schöpfungen und für die Weisen und spirituell Erwachten überall sichtbar. Guru Nanak Dev betonte, daß Gott durch das Innere Auge oder das Herz eines Menschen, das sich Gott öffnet, mit Gottes Gnade wahrgenommen werden kann. Guru Nanak Dev hat hierzu den Kanal des Gottesnamen für die Menschheit in Form des Gurmantra Waheguru offenbart. NAAM, die Existenz und Realität Gottes und die Gurbani, (das Wort Gottes/Gurus) haben einen kosmischen Klang. Dieser wird als Naad bezeichnet, die kosmische Klangschwingung des Universums. Durch das Praktizieren von Waheguru Naam Meditation und dem sich Verbinden mit Gurbani, wird diese Klangschwingung schrittweise im menschlichen Bewusstsein belebt und manifestiert sich.

Sing the Glorious Praises of the Immaculate True Lord forever, and the Immaculate Sound-current of the Naad shall vibrate within.
(SGGS, Ang 121)
The Guru tells us: Repeating the Naam, the Unstruck Sound-current of the Naad resounds.
(SGGS, Ang 1144)

Die Essenz der Sikh Lehre ist von Guru Nanak Dev in diesen Worten zusammengefasst:

Realisierung der Wahrheit ist höher als alles andere. Noch höher ist ein wahrhaftiges Leben.

Die Sikh Religion betont das Prinzip der Gleichstellung aller Menschen und lehnt Diskriminierung auf Basis von Kaste, Herkunft, Religion und Geschlecht ab. Die Sikh Prinzipien ermutigen zu einem Leben als Haushälter (Menschen, die im Leben stehen, Ihren familiären und beruflichen Pflichten nachgehen und dabei den Weg Gottes folgen).

Das Ik Onkar Symbol
Ik - eins und Onkar - universeller Schöpfergott = Es gibt nur einen universellen Schöpfergott.

Das Khanda Symbol in der Sikh Religion: Das Khanda Symbol ist eines der wichtigsten Symbole im Sikhismus. Die Sikh Flagge (Nishan Sahib) beinhaltet das Khanda Zeichen. Die Flagge der Sikhs wurde erstmals 1606 über den Akaal Takht installiert. Sie wird auch als "Akal Dhuja - die unsterbliche Flagge" und "Satguru ka Nishan - Das Zeichen des wahren Gurus" bekannt. Das Khanda Symbol beinhaltet eine Kollektion von vier Waffen. Im Zentrum steht das zweischneidige Schwert, das die kreative Kraft Gottes, das gesamte Universum und das Schicksal des Universum repräsentiert. Das Khanda steht für göttliches Wissen, seine Klingen trennen die Wahrheit von der Falschheit. Die Bedeutung der zwei Krummschwerter: das erste Schwert steht für die politisch/weltliche Führung (Miri), das zweite Schwert symbolisiert die spirituelle, religiöse Kraft (Piri). Im Inneren der zwei Schwerter um das Khanda befindet sich ein Kreis, der Chakkar genannt wird. Zwischen beiden - Miri und Piri - muss ein Gleichgewicht bestehen, dies wird durch den inneren Kreis symbolisiert, der die gesamte göttliche Manifestation umfasst, und die Anfangs- und Endlosigkeit als auch die Perfektion Gottes und seiner Zeitlosigkeit dargstellt.

                        

Mool Mantra

Das Mool Mantra beschreibt den Schöpfergott und fasst zugleich das gesamte Konzept des Sikh Glaubens zusammen. Das Mool Mantra ist so, wie es am Eingang des Sri Harmandir Komplex steht, bis Nanak hosee bhee sach, komplett. Das "vollständige Mool Mantra" bis Nanak hosee bhee sach, erhält der getaufte Sikh (Amritdhari) unverändert seit Vaisakhi 1699 bei der Amrit Sanchar Taufzeremonie in den Khalsa Panth.

ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕਾਖਾਲਸਾ ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕੀਫਤਹਿ॥
ੴ ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਨਿਰਵੈਰੁ ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ॥
॥ ਜਪੁ ॥
ਆਦਿਸਚੁ ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ॥ ਹੈਭੀਸਚੁ ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥
Es gibt nur einen omnipräsenten Schöpfergott. Ik Onkar
ਸਤਿਨਾਮੁ Sein Name ist wahr. Satnam
ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ Er ist der Schöpfer aller Manifestationen, alldurchdringend. Karta Purakh
ਨਿਰਭਉ Er ist ohne Furcht. Nirbhao
ਨਿਰਵੈਰੁ Er ist ohne Feindschaft. Nirvair
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ Er ist unsterblich. Akal Murat
ਅਜੂਨੀ Gott ist jenseits von Geburt. Ajuni
ਸੈਭੰ Er ist selbstexistierend - selbsterleuchtend. Saibhang
ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ Er wird durch die Gnade des wahren Gurus realisiert. Gur prasad
॥ ਜਪੁ ॥ Rezitiere. ॥ Jap ॥
ਆਦਿਸਚੁ Er existierte von Anbeginn. Aadh sach
ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ Er existierte vor Seiner Schöpfung und in allen vier Zeitaltern. Jugaadh sach
ਹੈਭੀਸਚੁ Er ist hier und jetzt allgegenwärtig. Hai bhee Sach
ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥ Guru Nanak Dev sagt, Gott wird für immer und ewig existent und wahr sein. Nanak hosee bhee Sach ॥1॥

Gurmantra Waheguru

Wa-he: ist der wundervolle Erleuchter und Schöpfergott, der in Worte nicht zu fassen ist, jeneits aller Erklärungen, absolute ewige Glückseligkeit und Ausdruck höchster Wahrheit.
Gu-ru: zerstört die Dunkelheit der Unwissenheit, die Ignoranz und Anhaftung an den relativen Bereich des Lebens (Maya) und schenkt das göttliche Licht von Wissen und Erkenntnis.

Naam Japo/Naam Simran zu praktizieren, bildet laut Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus, eine der Hauptgrundlagen in der Sikh Religion. Naam ist die Existenz und Realität Gottes, es ist der Name Gottes, der kosmische Klang (Naad), der sich allen Sikh Gurus und Gursikhs in Form des "Gurmantras Waheguru" in ihrem eigenen Bewusstsein durch die Gnade des wahren Gurus, offenbarte. Gursikhs wurden und werden durch Satguru mit Naam gesegnet. Dieser Vorgang ist ein Prozess der persönlichen, inneren Erfahrung. Bei der Amrittaufe in den Khalsa Panth wird der getaufte Sikh (Amritdhari) von den fünf Geliebten - Panj Piare, in das "Waheguru Gurmantra" initiiert.

Nanak sagt: Das Gurmantra ist in mir eingepflanzt/eingegeben worden. Dieser Name allein befindet sich in meinem Herzen.
(SGGS, Ang 188)
Meditiere auf den makellosen Herrn und durchtränke deinen Geist mit ihm... Oh Geist, es gibt nur eine Medizin, ein Mantra und eine Heilung – fokussiere dein ganzes Bewusstsein fest auf den Einen Herrn.
(SGGS, Ang 156)
Diejenigen, die mit Deiner Gnade gesegnet werden, erhalten den Juwelen von Naam, den Namen des Herrn.
(SGGS, Ang 12)
Ich habe den Namen des Herrn erworben, seine Süße, sein Wert sind unbeschreiblich.
(SGGS, Ang 436)
Der Eine Name ist der wahre Schatz, der wahre Reichtum, O Pandit höre auf diese wahren Lehren.
(SGGS, Ang 492, M. 3)
Der perfekte Guru hat den Namen des Herrn in mir implementiert; es hat meine Zweifel von innen zerstreut... Ich bleibe liebevoll auf den Einen Herrn eingestimmt. Naam, der Name des Herrn verweilt in mir.
(SGGS, Ang 1424 M. 4)
Wo es keine Mutter, Vater, Kinder, Freunde oder Geschwister gibt, Oh mein Geist, wird der Name des Herrn bei Dir sein und dir Hilfe und Unterstützung geben. Wo der große und schreckliche Bote des Todes versuchen wird, dich zu vernichten, da wird nur der Naam mit dir gehen. Wo Schwierigkeiten/Hindernisse unerträglich schwer sind, wird der Name des Herrn dich in einem Augenblick retten. Mit der Durchführung unzähliger religiöser Rituale wirst du nicht gerettet werden. Der Name des Herrn wäscht Millionen von Sünden ab. Als Gurmukh, rezitiere den Naam, Oh mein Geist. O Nanak, Du wirst unzählige Freuden erhalten.
(Gauri Sukhmani, Ang 264, M. 5)

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus beschreiben im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten, dass der Gottsuchende sich mit Naam, der göttlichen Existenz in Form des Gurmantras Waheguru verbinden soll, um in diesem und in kommenden Leben, die Verbindung mit Waheguru zu festigen, um über den Weltozean der Maya zu gelangen, bis die Individual Seele die Einheit mit Gott erreicht hat.

Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott mit verschiedenen Namen aufgeführt, aber nur der Eine Name Waheguru ist in der Sikh Religion zugleich auch das Gurmantra.

Bhai Gurdas schreibt in seinen Varan 13, dass das Ego nur durch das Gurmantra Waheguru überwunden werden kann. Die Sikh Gebete (Nitnem Banis) haben mit NAAM, den Namen des Herrn eine tiefe Bedeutung. Der Aspirant wird mit Waheguru Naam und Bani gesegnet, sie geben ihm die Kraft, das Vertrauen, Stärke und Ausdauer, die Einflüsse der Maya zu transzendieren. Das Gurmantra Waheguru wird hier das Gefährt, um sich mit Gott, Waheguru zu verbinden.

Der Name (Waheguru) wird das Instrument um Gott, den Herrn zu realisieren. In Raag Bhairon betont Guru Arjan Dev, dass der Name dieselbe Intensität von Wahrheit und Qualität in sich trägt, wie die Realität Gottes, die göttliche Substanz (Naam) selbst. Um die Beziehung der menschlichen Seele und Ihrem Schöpfer herzustellen, haben die Sikh Gurus den Kanal des göttlichen Namens in Form des Gurmantras der Menschheit zur Verfügung gestellt. Der Suchende, der diesen göttlichen Namen adoptiert, oder mit Naam durch Guru gesegnet wird, kann sich durch Gottes Gnade mit ihm verbinden.

Innere Erkenntnis, das Leben in Demut, Mitgefühl, Gottesfurcht, Liebe, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft, Stärke, Mut und Vergebung zu leben, ist die Aufgabe eines jeden Sikhs.

Alle Tugenden kommen wie Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus immer wieder im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten betonen, aus NAAM, aus dem göttlichen Ursprung allen Seins, aus den Qualitäten Gottes, aus dem Einen Namen. Ein moral-ethisch auf Gott ausgerichtetes Leben in der Sikh Religion, wächst demnach aus dem sich konstanten Verbinden mit Guru/Gott durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation, durch das Lesen, Rezitieren, Beten und Singen der GURBANI, dem Heiligen Wort Gottes/Gurus und NISHKAM SEVA, dem selbstlosen Dienen.
(Auszug von: www.sikh-religion.de)

Für mehr Informationen zum Gurmantra Waheguru können Sie hier beim DISR unter Naam Meditation nachlesen.

Der Sinn des Lebens in der Sikhi

Gemäß Satguru Nanak Dev ist der höchste Sinn des menschlichen Lebens, sich mit Gott - Akaal Purakh/Waheguru zu vereinigen. Die fünf Feinde - die Panj Chor (Lust, Zorn, Gier, Emotionale/materielle Anhaftung und das Ego) sind die bindenden und überschattenden Eigenschaften der Maya (Scheinwelt/Illusion). Die Fünf Feinde, zu dem auch das Ego zählt, sind die größte Hürde, um die Vereinigung mit Gott zu realisieren. Durch Befolgen der Lehren der Sikh Gurus, sich stets an Naam zu erinnern, die Realität, Existenz und Allmacht des Schöpfers in sich zu vergegenwärtigen, auf Waheguru zu meditieren, der Gemeinschaft zu dienen, erreicht der Gläubige einen reinen Geist, Stärke und Festigkeit und kann durch die Gnade des wahren Gurus, die Maya schrittweise transzendieren, um die Einheit mit dem Schöpfer eines Tages zu realisieren.

Guru Nanak Dev bezeichnete das Wort Guru als die Stimme der Seele - die Quelle der Weisheit und die Führung zur Vereinigung mit Gott. So wie Ik Onkar universal immanent ist, ist der Guru nicht von Akaal Purakh zu unterscheiden. Beide sind untrennbar voneinander. Man verbindet sich mit Guru nur durch ständige selbstlose Suche und Liebe nach der Wahrheit.

Schließlich realisiert der Suchende, daß es das eigene innere Bewußtsein ist, welches den Ursprung in Gott hat. Der menschliche Körper ist nur ein Mittel, um die Vereinigung mit der Wahrhaftigkeit (Gott) zu realisieren. Sobald die Wahrheit (Gott) im Bewusstsein einer Person zu erstrahlen beginnt, sich der Geist vollständig in Gott ergeben hat, offenbart sich die Essenz, die Schönheit und Herrlichkeit Gottes im eigenen Bewusstsein.

Maya

Maya, wird als eine temporäre Illusion oder Unwirklichkeit definiert. Sie ist eine der grundlegendsten Ablenkungen bei dem Vorhaben Gott zu erreichen. Dort, wo weltliche Anziehung und Verhaftung dem Menschen temporäre Befriedigung geben (Freude als auch Leid und Schmerz), wird der Suchende im Prozess der Hingabe zu Gott aufgehalten. Guru Nanak Dev betont, dass die Maya nicht als eine Referenz zur Unwirklichkeit der Welt anzusehen sei, sondern aufgrund ihrer bindenden Eigenschaften und Einflüsse, die sie repräsentiert. Sobald der Mensch von Gott, vom Namen Gottes getrennt ist, kann die Maya mit Ihren Eigenschaften, den Menschen noch stärker an die Scheinwelt der Illusionen binden. Folgedessen wird neues Karma akkumiliert und der Kreislauf von Wiedergeburt und Tod kann nicht durchbrochen werden. Akaal Purakh/Waheguru, Gott selbst hat die Maya erschaffen. Aus der Maya gehen die 3 Formen: Tamas, Rajas und Sattwa hervor. Sie wirken durch den gesamten Schöpfungsmechanismus. Die bindenden Eigenschaften der Maya werden in den fünf Dieben deutlich. Gott hat selbst das Spiel der Kräfte erschaffen. Im folgenden werden die Qualitäten von Gott und Maya - dem ewig existierenden und dem vergänglichen Bereich der Schöpfung gegenüber gestellt.

Maya Gott - Akaal Purakh Waheguru
Asat = ist nicht wahr Sat = Gott ist wahr
Jarh = tote Entität, vergänglich, nicht beständig Chit = Gott ist ewig lebend
Dukh = Leid, Sorgen, Schmerz Anand = Gott ist Glückseligkeit, ewige Freude

Die vier Schichten der Persönlichkeit (Antischkarm) die Akaal Purakh/Waheguru (Gott) verdecken, sind:

Man Geist
Budh Intellekt, Wissen, Unterscheidungskraft,
Chit Speicher von Erfahrungen, Zweifel, Probleme,
Ahankar Ego

Wenn diese vier Ebenen der individuellen Persönlichkeit transzendiert werden, ist der Zustand von "Brahm Gyan" erreicht.

Fünf Diebe/Feinde (Pānj Chor)

Im Sikhismus sind die Einflüsse von Lust, Zorn, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego als die Fünf Feinde (Pānj Chor) bekannt, von denen man weiss, daß sie den Weg zu Gott erschweren. Sikhs glauben, daß sich die Welt momentan in einer Phase des Kali Yuga befindet. Das Kaliyuga ist das Zeitalter der Dunkelheit, wo die Welt und das menschliche Bewusstsein durch die Liebe zur Dualität und und die Bindung an der Maya die Einheit mit Gott verhindert.

  • Kaam       Lust
  • Krodh      Zorn
  • Lobh        Gier
  • Moh         Emotionale/materielle Anhaftung
  • Hankaar  Ego (auch als Haumai bekannt)

Fünf Tugenden

Die Fünf Tugenden werden durch die Verankerung im Namen Gottes Waheguru, durch Liebe und Hingabe zu Gott, dem sich Verbinden mit der Gurbani, Seva und aufrichtiges Bemühen im menschlichen Bewusstsein erweckt. Somit ist der Weg der Sikhi einzigartig.




  • Sat          Wahrhaftigkeit
  • Daya       Mitgefühl
  • Santokh Zufriedenheit
  • Nimrata  Demut, Wohlwollen, Bescheidenheit
  • Pyar        Liebe zu Gott und seiner Schöpfung
Überwindung der Maya

Das Schicksal der Menschen, die den Fünf Feinden, den Eigenschaften der Maya ständig ausgeliefert sind, resultiert in der Trennung zu Gott, was zu Dualität, Verlust von Seelenfrieden, Liebe, Mitgefühl, Respekt und Rechtschaffenheit führt. Handlungen, die sich gegen das göttliche Naturgesetz richten, häufen neues Karma auf individueller als auch auf kollektiver Ebene an. Um den schwer zu kontrollierenden Geist zu bändigen, ihn von den Millionen von Eindrücken der Lebenszyklen zu reinigen, ihn von der Anhaftung an die Maya zu befreien, wird dem Aspiranten in der Sikh Religion der Eine Name Gottes, das Gurmantra Waheguru als Medizin verschrieben.

Naam is the all-curing medicine and Naam is the act of atonement. The Name of the Lord, God, is the Support of the soul and the breath of life.
(SGGS, Raag Gauri, Ang 184)

Mit der Wiederholung des Gottesnamens (Waheguru Gurmantra) beginnt der Geist eine Verbindung zu Gott aufzubauen. Der Geist beginnt sich zu reinigen, sich nach Gott zu sehnen, er nimmt die Existenz und die Qualitäten des Schöpfers immer mehr in seinem eigenen Bewusstsein wahr.

Parabh kaa simran sabh tay oochhaa, parabh kai simran udhray moochaa.
Of all religions the best religion is to repeat the Lord's name. This alone is the most pious of deeds.

(Gauri Sukhmani, Guru Arjan Dev, Ang 263)

System der Sikh Gurus

Ein Leben in Hingabe an Waheguru Gott zu leben, eine optimistische Grundeinstellung Chardi Kala zu bewahren, dem Willen Gottes zu folgen Hukam, sich stets an Gott zu erinnern, in Form von Naam Japo/Naam Simran, Shabad Kirtan zu singen, die Ausübung des täglichen Nitnem Banis (Sikh Gebete) zu praktizieren und sich selbstlos in der Gemeinde engagieren Seva, wird einem die Kraft geben, die Einflüsse der Maya, die Fünf Feinde, die vier Ebenen der Persönlichkeit zu reduzieren und sie eines Tages mit der Gnade Gottes zu transzendieren, um die Einheit mit dem allmächtigen Schöpfergott zu realisieren. Die Sikhs glauben, daß die Gemeinschaft des Sadh Sangat die Heilige Versammlung im Gottesdienst der Sikhs, einer der Schlüssel ist, sich mit Guru und Gott zu verbinden.

Guru Nanak Dev's Ideal ist das Öffnen seiner Selbst zum göttlichen Namen und die Anpassung an das Dharam, der Rechtschaffenheit. Dies ist die Göttliche Anweisung (Hukam). Guru Nanak Dev beschrieb das Ergebnis der disziplinierten Anwendung von Naam Simraṇ als ein

Wachsen in Richtung Gott

Die letzte Ebene ist Sach Khand, das Reich der absoluten Wahrheit und Ewigkeit, die höchste spirituelle Ebene, die endgültige Vereinigung mit Gott.

Karma

Es gibt drei Formen von Karma, die im Sikhimus erwähnt werden:
1. Sanchit: Karma, dass wir über viele Leben angesammelt haben.
2. Paralabdh: Karma, dass wir in dieses Leben mitbringen.
3. Kiriaman: Das gegenwärtige Karma, welches aus den neuen Handlungen entsteht.

Im Sikhismus wird das Karma durch das Konzept von Gottes Gnade Nadar, Mehar, Kirpa, Karam etc. verändert.
Satguru Nanak Dev sagt:

Der Körper wird aufgrund von Karma geboren, aber Erlösung wird nur durch die Gnade Gottes erreicht.

Reinkarnation

Im Japji Sahib, welches von Guru Nanak Dev verfasst wurde, werden fünf Disziplinen aufgeführt, die den Menschen aus dem Rad der Reinkarnation (aus dem Kreislauf der Wiedergeburten) herauslösen:

  • Dharam: Das Reich der Rechtschaffenheit als grundlegendes spirituelles Gesetz. Pflicht und Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen und ein ethisch-moralisches auf Gott rechtschaffendes Leben führen.
  • Gyan: Das Reich des Wissens/Weisheit - das Wissen über Gott, Seine Schöpfung und Naturgesetze zu erlangen.
  • Saram: Das Reich der Demut - Reinigung des Geistes durch Anstrengung und Bemühen.
  • Karam: Das Reich der Gnade - Selbstlosigkeit führt zu Göttlicher Gnade und Stärke des Geistes.
  • Sach: Das Reich der absoluten Wahrhaftigkeit und Ewigkeit - die höchste spirituelle Ebene.

Khand (bedeutet Ort), Dharam, Gyan, Saram, Karam und Sach verweisen auf die Ethik von der Wurzel bis hin zum Thron des Allmächtigen.

Die vier Padarath

In der Sikh Religion gibt es die vier Padarath ( ਪਦਾਰਥੁ): Padarath kann als "Schatz", "Reichtum" und "Segen" übersetzt werden.

Auf der spirituellen Reise der Individual-Seele, durchläuft diese verschiede Stufen/Stationen, um die Vereinigung mit Gott zu erreichen. Diese vier Schätze - die Char Padarath ( ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ) sind:

  • Janam Padarath (ਜਨਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der spirituellen Geburt/Leben
    (Treasure of Spiritual Birth/Life)
  • Gyaan Padarath (ਗਿਆਨੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des spirituellen Wissens
    (Teasure of Spiritual Knowledge)
  • Naam Padarath (ਨਾਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des göttlichen Wissens
    (Treasure of Divine Wisdom - supreme command)
  • Mukti Padarath (ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der Befreiung
    (Treasure of Salvation)
Die vier Purusharthas

Im Siri Guru Granth Sahib werden die vier Purusharthas u.a. auf Ang 816, 927, 1201 wie folgt erwähnt:

SGGS, Ang 816
ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਦੇਤੇ ਨਹੀ ਬਾਰ ॥੨॥
Ḏẖaram arath ar kām mokẖ ḏeṯe nahī bār. ||2||
He does not hesitate to bless me with Dharmic faith, wealth, fulfillment of desire and liberation. ||2||
SGGS, Ang 927
ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥ ਨਾਥ ॥
Ḏẖaram arath ar kām mokẖ mukaṯ paḏārath nāth.
Righteous faith, wealth, fulfillment of desire and salvation; the Lord bestows these four blessings.
  • Dharam: Rechtschaffenheit - righteousness
  • Arth:       Wohlstand - prosperity/wealth
  • Kam:      Wunsch (Erfüllung der Wünsche)
                   fulfillment of desire
  • Mokh:     Befreiung - liberation
Ethik in der Sikh Religion

Die Notwendigkeit den Geist zu kontrollieren und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu unterwerfen werden immer wieder in der Sikh Religion gelehrt. Alle Tugenden, wie Wahrheit - SAT, Zufriedenheit - SANTOKH, Liebe - PREM, Mitgefühl - DAYA, Selbstloser Dienst - SEVA, Wohltätigkeit - DHANA, Vergebung - KSANA, Demut - NIMRATA, Geduld - DHEERJH, Nicht-Anverhaftung - VAIRAGYA und Keuschheit/Enthaltsamkeit - TAIGA bilden die ethischen Grundlagen in der Sikh Religion.

Gurbani und Shabad Kirtan

Sikhs verweisen auf die Heiligen Hymnen der Sikh Gurus in Form der Gurbani (dem Wort Gurus/Gottes), welches die Sikh Gurus in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Gott empfangen und der Menschheit offenbart haben. Shabad Kirtan ist das Singen der Heiligen Hymnen. Die gesamten Verse des Siri Guru Granth Sahib sind in einer Form von Poesie und Reim verfasst, um in 31 Haupt Raagas rezitiert zu werden. Guru Nanak Dev begann die Shabad Kirtan Tradition und lehrte das Praktizieren von Shabad Kirtan. Ebenso ist das Hören von Shabad Kirtan ein kraftvoller Weg, um innere Ruhe und eine meditative Haltung zu erreichen. Den Einen Universellen Schöpfergott mit Hingabe zu besingen, die Gurbani (das heilige Wort Gurus/Gottes) zu rezitieren, ist ein effektiver Weg, um in Einklang mit Akaal Purakh/Waheguru zu kommen. Lesen Sie mehr über Shabad Kirtan.

Meditation und Kontemplation ist fruchtlos ohne Dienst und Taten

Die Sikhs haben gelernt, daß selbstloser Dienst Nishkam Seva und wohltätige Arbeit  den Gläubigen dazu befähigen, die Maya, die fünf Feinde, zu denen auch das Ego zählt, zu minimieren. Im selbstlosen Dienen opfert der Sikh sein Ego. Gottes Schöpfung zu dienen ist ein Privileg. Seva zu praktizieren segnet den Sikh mit einem Zustand von Zufriedenheit und innerer Freude.

In der Sikh Religion gibt es drei Formen von Dienst:

  • Tan - physischer Dienst
  • Man - mentaler Dienst
  • Dhan - materieller Dienst

Guru Nanak Dev betonte Kirat Karō: ein Sikh sollte aufrichtig seinen Lebensunterhalt verdienen und einen Ausgleich zwischen Arbeit, Anbetung und Nächstenliebe herstellen und die Menschenrechte aller verteidigen. Sikhs werden ermutigt stets ein Chardi Kala, eine optimistische Sicht des Leben aufrecht zu erhalten. Die Sikh Religion zeigt ebenfalls das Prinzp des Teilens, Waṇḍ Chakko, mit dem Angebot einer Freiküche in den Sikh Gurudwaras (Langar), Spenden für Wohltätige Zwecke (Daswandh), sich für das Wohl der Gemeinde und Gesellschaft durch selbstlosen Dienst (Seva) engagieren, gehört zu den Grundlagen der Sikh Religion.

Die Sikh Religion sieht Gerechtigkeit als höchstes Gut der moralischen Ordnung an. Das Wort im Punjabi, welches dies verdeutlicht, ist Niau (Gerechtigkeit). Das Wort Dharam (Rechtschaffenheit) wird auch benutzt, um Gerechtigkeit zu vermitteln im Sinne einer moralischen Ordnung. Ein Angriff auf Dharam ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit, auf die Rechtschaffenheit und damit auf die moralische Ordnung.

Gurudwara, das Gebetshaus der Sikhs

Das Gebetshaus der Sikhs wird in Gurmukhi als Guru-duara bezeichnet. Der Gurudwara oder Gurdwara ausgesprochen, ist der Toreingang zu Guru/zu Gott. Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden Menschen, ungeachtet seiner Herkunft, Geschlecht oder der Religionszugehörigkeit. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikh Gemeinde dar und Pangat die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar symbolisiert das Aufheben sozialer Unterschiede und demonstriert universelle Brüderlichkeit und Verbundenheit durch den Einen transzendentalen Schöpfergott. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt.

Vor dem Betreten des Gurudwaras waschen sich die Besucher die Hände (optional die Füsse) und bedeckt sich den Kopf mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Unter Gurudwara Protokoll können Sie weitere Verhaltensregeln und den Ablauf eines Gottesdienstes in der Sikh Gmeinde nachlesen.

Im Sikhismus gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi  ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder Sikh, der die Heilige Schrift lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten.

Abschließend

Als Satguru Nanak Dev in die Welt hinausging, um die Botschaft Gottes, Akaal Purakh/Wahegurus im Kaliyuga (dem dunklen Zeitalter) zu verbreiten, wurde Guru Nanak Dev als Satguru, die Manifestation Gottes auf Erden, bezeichnet. Er selbst, wie alle neun nachfolgenden Sikh Gurus haben sich stets als Diener Gottes und der Menschheit angesehen. Guru Nanak Dev hat seine Einheit mit Gott im Siri Guru Granth Sahib vielfach erwähnt. Der Ursprung des Sikhismus liegt ausschliesslich in den Lehren von Guru Nanak Dev und den neun Sikh Gurus. Guru Nanak Dev lehnte bereits in jungen Jahren das Konzept des Hinduismus ab. Auch folgte er nicht der islamischen Religion. Orientalisten, Brahmanisten und westliche Gelehrte schreiben u.a., daß der Sikhismus von der Bhakti Bewegung/Santtradition des Hinduismus abstammt oder eine Synthese aus dem Hinduismus und Islam sei, beides ist aus Sicht der Sikh Gurus und den Grundlagen der Sikh Religion nicht zutreffend und inkorrekt in der Darstellung. In diesen Analysen und Beschreibungen (aus verschiedenen politisch-religiösen motivierten Gründen), wurden nur wenige unabhängige Sikh Gelehrte (Gyanis), Sikh Historiker und Wissenschaftler mit einbezogen, ebenso die 300-400 Jahren alten Sampardai´s, die die originalen Grundlagen der Sikh Religion bewahrt haben. Die Sikh Religion teilt einen wichtigen Aspekt mit dem Bhakti Movement, den der liebevollen Hingabe zu Gott. Aber weder Kabir noch die Santtradition des Bhakti Movements sind die Gründer der Sikhismus. Die Sikh Religion teilt Konzepte wie Karma, Reinkarnation und den Monotheismus mit anderen Religionen. (Detailierte Vergleichsanalyse folgt)

Die Sikh Religion ist keine Synthese aus Hinduismus und Islam, noch ist sie eine Untergruppierung einer anderen Religion. Auf sozio-kultureller als auch auf historisch-religiöser Ebene ist die Sikh Relgion eine distinkte, in sich eigenständige Religion, basierend auf den Lehren von Guru Nanak Dev und den neun Sikh Gurus. Sikhs besitzen mit dem Siri Guru Granth Sahib, Ihre eigene göttlich offenbarte Heilige Schrift. Der Siri Guru Granth Sahib wird als der Ewig-lebende Guru der Sikhs verehrt. Alle Sikh Gebete und Sikh Zeremonien, wie die Namensgebung, Heirat, Tod, die Amrittaufe in den Khalsa Panth, das Tragen der 5 Glaubensartikel, das Konzept des Sant-Sipahi, Miri-Piri, das Gründen eines eigenen Alphabets (Gurmukhi) - einer eigenen Sprache und Schrift, die Meditation auf Naam mit dem Gurmantra Waheguru, das Mool Mantra, das Singen von Shabad Kirtan - die Offenbarung der Gurbani (Gottes/Gurus Wort) sind zu Lebzeiten der Sikh Gurus verfasst und etabliert worden.