November Genozid - Delhi 1984

Nach dem Angriff auf den Sri Harmandir Komplex im Juni 1984 durch die Indische Armee mit einem Kontingent von über 70.000-100.000 Soldaten gegen 200-240 Widerstandskämpfer und der Zerstörung des Sri Akaal Takht, dem höchsten Sitz der temporalen Sikh Autorität und der Beschädigung des Sri Harmandir Sahib Komplex, wurden nach Angaben ca. 5.000 + unschuldige, gläubige Sikhs getötet.

Am 31. Oktober 1984 wird Indira Gandhi daraufhin von ihren zwei Sikh Leibwächtern, Beant Singh und Satwant Singh erschossen. Danach folgte eine systematische, organisierte Verfolgung und Tötung unschuldiger Sikhs in Delhi und Indien unter dem damaligen Premier Minister Rajiv Gandhi (Congress Partei), der folgendes deklarierte:

Wenn ein mächtiger Baum fällt, dann ist es nur natürlich, wenn die Erde um ihn herum ein wenig bebt. [Rajiv Gandhi]

In ganz Indien werden Sikhs angegriffen, einige der schlimmsten dokumentierten Attacken finden in der Hauptstadt Neu Delhi statt. In Delhi werden mehr als 3.100 Sikhs innerhalb von 3 Tagen getötet. Die Zahlen der getöteten Sikhs außerhalb von Delhi liegen laut Quellen bei über 20.000.

Die Gemeinden, die von der damaligen Congress Partei regiert wurden, waren am schlimmsten betroffen, aber auch Mitglieder vom rechten RSS/BJP Flügel waren an den Pogromen beteiligt.

Jahrzehnte lang gab es für die Opfer und Hinterbliebenen keine Gerechtigkeit. Die Täter wurden geschützt und protegiert. Der November Genozid von 1984 ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte Indiens gegenüber einer religiösen, ethnischen Minderheit, den Sikhs, die einen Anteil von nur 1.7% der indischen Gesamtbevölkerung ausmacht.

Die Zeit nach 1984 war gekennzeichnet durch weitere religiöse und ethnische Verfolgungen, Folterungen, Tötungen und sogenannten "Fake Encounter". Jeder getaufte Sikh (Amritdhari), der die fünf Glaubensartikel trug, unabhängig ob Frau, Mann oder Kind, wurde vom Indischen Staat als "potentieller Terrorist" deklariert und konnte außergerichtlich auf "Verdacht" hin von der Polizei festgenommen, gefoltert und/oder getötet werden. Hierzu wurden die sogenannten TADA Gesetze von 1985 erlassen.

Der tschechische Schriftsteller Milan Kundera schreibt:

Der erste Schritt, um Menschen zu liquidieren, ist ihre Erinnerung auszulöschen. Zerstöre ihre Bücher, ihre Kultur und ihre Geschichte. Dann laß jemanden neue Bücher schreiben, stelle eine neue Kultur her, erfinde eine neue Geschichte. Es dauert nicht lange, und diese Nation wird vergessen, wer sie sind und wer sie waren... Der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf der Erinnerung gegen das Vergessen.

Ram N. Kumar beschreibt die Natur der Organisation dieser staatlich gesponserten Pogrome gegen Sikhs wie folgt:

Früh am nächsten Morgen wurden Horden von Mobs aus den Vororten Delhi's an verschiedene Stellen der Stadt transportiert, wo sich größere Teile der Sikh Bevölkerung befanden. Die Mobilisierung deutete auf eine Unterstützung und eine Organisation mit immensen Ressourcen hin. Die kriminellen Gruppen trugen primitive Waffen bei sich... und brennbare Materialien, inklusive Kerosin zur Brandstiftung. Ihnen wurden ebenfalls Listen zur Verfügung gestellt, auf denen die Häuser und Geschäfte von Sikhs in verschiedenen Gegenden vermerkt waren. Die Regierung kontrollierte den Fernsehsender Doordarshan und den Radiosender All India Radio, und begann mit der Ausstrahlung von provokativen Slogans, um Rache zu suchen, wie "khoon ka badla khoon se lenge (Blut für Blut)"

Jede dieser Mob-Gangs von ca. 200-300 Männern, geleitet von einem Anführer, begannen in die Häuser der Sikhs auszuschwärmen, zerhackten die Bewohner in Stücke, hackten die Köpfe von Kindern ab, vergewaltigten Frauen, fesselten Männer an Reifen, die mit Kerosin in Brand gesetzt wurden und brannten Häuser und Geschäfte nieder, nachdem sie sie geplündert hatten, während die Polizei dabei inaktiv zusah. In einigen Gegenden gruppierten sich Sikh Familien zur Selbstverteidigung. Die Polizei erschien dann, um diese Sikh-Gruppen, die sich verteidigen wollten, entweder zu entwaffnen, festzunehmen oder lösten sie mit Waffengewalt auf.

Associate of Rajiv Gandhi and former MP Arun Nehru ...ensured that 6000 Sikh policemen were disarmed and sent home from active duty in the afternoon of October 31, 1984. He was later rewarded as Minister of Internal security and was largely responsible for draconian laws and genocidal policies which were implemented in Punjab against Sikh freedom fighters. (Quelle: Top 10 Architects of 1984 Sikh Genocide, Sikh24, Singh Station)

Kushwant Singh wurde klar:

wie sich die Juden in Nazi Deutschland gefühlt haben müssen.

Er fasste zusammen:

Das Töten nahm Proportionen eines Genozids der Sikh Bevölkerung an.

When a tree shook Delhi - November Genozid 1984

31. Oktober ca. 09:20 Uhr

Indira Gandhi wird durch ihre Sikh Leibwächter Satwant Singh und Beant Singh erschossen. Während sie an den Verletzungen von 30 Kugeln stirbt, wird sie ins Krankenhaus gebracht.

31. Oktober ca. 16:45 Uhr

Als der Präsident von Indien, Zail Singh, vom Ableben der Premier Ministerin erfährt, eilt er zum Krankenhaus in Delhi, wo der Körper von Indira Gandhi liegt.

Auf seinem Weg dorthin, attackiert ihn der Mob mit Steinen.

...Parolen wie, "Sardar gaddha hai" (Sikhs sind Verräter) und "Khoon ka badla khoon se layenge" (Blut für Blut) konnten vor dem Krankenhaus gehört werden...
[Jagjit Singh, Augenzeugenbericht, 1985]
31. Oktober 17:55 Uhr

In der Nähe des Krankenhauses, wo Indira Gandhi stirbt, werden die ersten Gewaltakte verübt.

...Kerosin wurde gesammelt, die Mörder wurden innerhalb und außerhalb der Stadt versammelt, um die Häuser der Sikhs ausfindig zu machen...
[Supreme Court Justice VM Tarkunde, 29. Januar 1985]
31. Oktober 20:10 Uhr

In Sabzi Mandi treiben zwei Sikh Offiziere, Ass. Commissioner Kewal Singh und Inspektor Gurmail Singh, 90 Gewalttäter zusammen.

Zwei Stunden später werden sie von diesem Posten durch den Additional Commissioner Hukam Chand Jatav abberufen.

...es schien, als ob sie als Strafe für die große Anzahl an Festnahmen, die sie vorgenommen hatten, von ihrem Posten abgezogen wurden... (und stattdessen) beschuldigt wurden, dass sie ihre Pflichten während der Aufstände vernachlässigt hätten...
[Kusum Lata Mittal Bericht, 1988]
31. Oktober 21:00 Uhr

Im Gebäude des Präsidenten der Congress Partei Trilokpuri Unit, Rampal Saroj, wird ein Treffen abgehalten. HKL Bhagat, MP von Ost-Delhi, nimmt daran teil.

Dort werden die Ziele und Orte für die Gewaltakte des Mobs für die nächsten Tage gegenüber der Sikh Bevölkerung beraten und entschieden.

... Es scheint so, als ob Shri Bhagat, Rampal Saroj und Dr. Ashok Gupta, die alle örtliche Congress Führer waren, einen aktiven Anteil an den Anti-Sikh Gewaltakten in dieser Gegend hatten...
[Nanavati Commission 2005]
1. November 9:00 Uhr

Dr. Ashok Gupta instruiert den Mob in Kalyanpuri dazu, die Häuser von Sikhs zu plündern.

Die Sikhs wehren zwei Angriffe des Mobs ab, bevor sie von der Polizei entwaffnet werden.

Während ihre Häuser abgebrannt werden, zerrt man die männlichen Sikhs heraus auf die Strassen, um sie dann zu zerhacken oder beim lebendigen Leib zu verbrennen.

...Tyagi (Leitender Polizist) hatte in unangemessener Weise die Sikhs all ihrer Waffen beraubt, mit denen sie versucht hatten, sich gegen die gewaltsamen Angriffe zu verteidigen...
[Supreme Court Richter Nanavati, 2005]
1. November 10:00 Uhr

Maxwell Pereira, ein Polizei-Offizier, befiehlt seinen Constables, den Sis Ganj Gurudwara zu beschützen. Die Mörder Gangs richten daraufhin ihre Aufmerksamkeit auf die nahegelegenen Läden der Sikhs.

Pereira schießt auf eine Person des Mobs und ihm gelingt damit den Mob vorerst aufzulösen.

...Diese resolute und starke Entscheidung Shri Pereira's hatte eine sofortige Auswirkung und der Mob löste sich auf...
[Kusum Lata Mittal Bericht, 1988]
1. November 12:30 Uhr

Im Rakab Ganj Gurudwara, nahe dem indischen Parlament, verbarrikadieren sich Sikhs, nachdem zwei Sikhs am Eingang des Gurudwaras getötet werden.

Der Mob belagert den Gurudwara fünf Stunden lang, während Kamal Nath (MP) anwesend ist. Warum war Kamal Nath überhaupt zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort?

...Ein älterer Sikh ging mit gefalteten Händen auf den Mob zu und bat sie, wegzugehen...sie verprügelten ihn brutalst und verbrannten ihn anschliessend. Der Sohn des älteren Mannes konnte diesen Anblick nicht ertragen und versuchte ihn zu retten...auch er wurde eingefangen und bei lebendigem Leib verbrannt...
[Mukhtiar Singh, Augenzeugenbericht, 2005]
1. November 12:30 Uhr

Im Block 32 Trolikpuri muß Gurdip Kaur, eine 45-jährige Mutter dreier Söhne, (wie viele Sikh Frauen auch mit Schrecken ansehen), wie ihr Ehemann und ihre Söhne vor ihren Augen ermordet werden.

Danach wird sie von 8 Hindus des Mobs vergewaltigt. Ein Sohn von Gurdip Kaur musste diese Vergewaltigung mitansehen, bevor er vom Mob getötet wurde.

...Sie rissen mir die Kleider vom Leib und zogen mich vor den Augen meines Sohn nackt aus...acht von ihnen vergewaltigten mich dort vor den Augen meines Sohnes in meinem eigenen Haus...
[Gurdip Kaur, Augenzeugenbericht, 22. Mai 2001]
1. November 18:00 Uhr

Drei indische Journalisten kommen in Trilokpuri an, wo sie Frauen und Kinder nackt in den Strassen auffinden, umgeben von verkohlten Überbleibseln ihrer Männer.

Später wurde bestätigt, dass fast alle männlichen Sikhs in Trilokpuri brutalst getötet, zerhackt und mit Kerosin in Brand gesetzt wurden.

...Die Strassen von Block 32 (Trilokpuri) waren übersäumt mit Gliedmaßen von Menschen, Haaren und verkohlten Leichen. Es war nicht möglich sich fortzubewegen ohne auf die Gliedmaßen der toten Körper zu treten...
[Rahul Bedi (Journalist), Augenzeugenbericht, 23. Mai 2001]
1. November 18:30 Uhr

Ein Mob von 5000 Gewalttätigen versammelt sich vor dem Gebäude von Manmohan Singh Bir Talwar (früherer Kampfpilot der Indischen Armee). Talwar's Geschäft in der unteren Etage wird abgebrannt. Er feuert einige Warnschüsse ab, aber die Polizei unterstützt den Mob mit Waffengewalt. Der Mob dringt in Talwar's Geschäft ein und Talwar tötet einen der Angreifer. Er wird wegen Mordes verhaftet und ins Gefängnis gebracht.

...Anstatt Talwar wie ein Opfer zu behandeln, der von seinem eigenen Haus aus gefeuert hatte, da dies angegriffen wurde, machte die Polizei aus ihm den Aggressor und verhaftete ihn wegen Mordes...
[Manoj Mitta, 'When a tree shook Delhi', 2007 ]
2. November 9:00 Uhr

Der frühere Finanzminister Madhu Dandavate erreicht den Bahnhof Tughlahabad in der Umgebung von Delhi.

Ein mit Eisenstangen, Hackbeilen und Brechstangen bewaffneter Mob sucht nach Sikhs in den Zügen. Sikhs werden ausfindig gemacht, herausgezerrt und brutalst getötet.

...Ich fand zwei getötete Sikhs vor, die auf die Bahnsteige geworfen worden waren. Die Polizei, die auf den Bahnsteigen stand, machte keine Anstalt weder das Töten noch das Verbrennen von Sikhs zu stoppen...
[Früherer Finanzminister Madhu Dandavate, Augenzeugenbericht, Misra Commission, 1985]
2. November 12:00 Uhr

Der Schriftsteller und Journalist Kushwant Singh wird in seinem eigenen Heimatland Flüchtling.

Seine Freunde mit politischen Verbindungen empfehlen ihm, sich in den sicheren Schutz der schwedischen Botschaft zu begeben.

...Um Mitternacht wurde der Gurudwara hinter meinem Haus attackiert...Zum ersten mal realisierte ich, wie sich Juden in Nazi Deutschland gefühlt haben müssen...
[Kushwant Singh, Augenzeugenbericht, Nanavati Commission, 2005]
2. November 17:30 Uhr

Die Gewalt des Mobs hält den ganzen Tag über an. In Trilokpuri trifft ein Reporter 70 Frauen und Kinder, die sich unter einer Brücke in einem schrecklichen Zustand zusammengedrängt haben.

Sie waren die Überreste der Gräueltaten des Tages und berichteten, dass ihre Männer alle getötet wurden.

Sie sagten mir, daß ihre Männer tot seien und sie um ihr Leben geflohen sind... Ich versuchte die Armee zur Hilfe zu holen, aber die sagte mir, sie haben keinen Befehl zu helfen...
[Journalist anonym, Augenzeugenbericht, PUDR Untersuchung, 1984]
3. November 20:00 Uhr

Nach einem weiteren Tag der Gewalttaten wird eine unbestimmte Ausgangssperre verhängt, während Armee Einheiten für Indira Gandhi's Beerdigung eingesetzt werden.

Mit dem Einsatz der Armee lässt die Gewalt etwas nach. Während der nächsten Tage passieren jedoch weitere schreckliche Gewalttaten.

...während diese Vorfälle passierten, sagten die Polizisten dem Mob "Plündert und tötet so viel ihr wollt für drei Tage lang, danach wird die Armee kommen..."
[Jaya Jaitely, Augenzeugenbericht, Nanavati Commission, 2005]
Nachwirkungen

Die Politiker und die indischen Medien machten aus diesen Gräueltaten kommunale Unruhen und eine zu erwartende Reaktion aufgrund der Ermordung Indira Gandhi's. Bei seiner Ansprache im Delhi Boat Club (1984) rechtfertigte der neue Premier Minister, Rajiv Gandhi, die Ausschreitungen als ein natürliches Phänomen:

Zitat: Rajiv Gandhi

Einige Ausschreitungen passierten nach der Ermordung Indiraji's. Wir wissen, dass die Leute sehr wütend waren und es schien, als ob Indien ein paar Tage lang durchgeschüttelt wurde. Aber, wenn ein mächtiger Baum fällt, dann ist es nur natürlich, wenn die Erde um ihn herum ein wenig bebt.

Das Töten von tausenden von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern in ganz Indien hatte Ausmasse eines Genozid.

Quellen: SEC UK, diverse Kommissionsberichte etc.

Die Sikh Bevölkerung hat den Angriff der Indischen Armee und die Zerstörung ihres Heiligtums im Juni 1984 miterleben müssen, wo sie 5000+ gläubige Pilger verloren hatte. Die Sikhs wurden Ziel, einer damals versagenden Minderheitenpolitik der Unterdrückung und Hypokratie.

November 1984

Die Regierung: Es war ein Hindu versus Sikh Aufstand - "Riots" und kein Genozid.
Die Wahrheit: Es gab keinen religiösen Aufstand zwischen Sikhs und Hindus. Es gab in diesen Tagen ein "einseitiges Töten". Damit ist die Terminologie von Riot nicht zutreffend. Im Punjab werden in diesen Tagen keine Hindus getötet. Die Regierungspartei organisierte Busse voller Krimineller, um zu töten und zu vergewaltigen. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang anzumerken, ist, dass es eine Anzahl von Hindus gab, die ihre Sikh Nachbarn retteten und Ihr eigenes Leben damit selbst in Gefahr brachten. Die regierungsbeauftragten Medien verbreiteten Gerüchte, wie:
Sikhs haben das Trinkwasser vergiftet etc., um maximalen Hass gegen Sikh Bevölkerung zu schüren - wodurch dem Mob erlaubt wurde zu töten, Sikh Frauen und Sikh Mädchen zu vergewaltigen.

Die Regierung: Es war spontan.
Die Wahrheit: Mitglieder der Regierungspartei organisierten diese schrecklichen Taten. Sie gaben Adressenlisten von Sikhs an den Mob weiter, die mit Macheten, Waffen, Reifen, Kerosin bewaffnet waren, um Sikhs zu töten. Zudem wurde Ihnen "freier Alkohol" und "Kopfgeld" gegeben. Politiker, Staatsangestellte, Polizei und Medien, waren damals an diesem Genozid beteiligt, bzw. haben dazu geschwiegen. Die Medien übertrugen hasserfüllte Slogans und ermutigten zur Rache.

Die Regierung: Die Polizei war nicht im Stande es zu stoppen.
Die Wahrheit: Die Polizei entwaffnete und zerstreute die Sikhs, damit sie sich nicht zusammen verteidigen konnten. Die Polizei ignorierte das Töten von Sikhs und stand ohne einzugreifen, dabei. Über 6000 Sikh Polizisten werden vom Dienst, bevor der Pogrom beginnt, am Nachmittag des 31. Oktobers, "beurlaubt". Dort, wo einige Polizisten sich aktiv bemühten, wurde das Morden vorübergehend gestoppt.

Die Regierung: Die Armee konnte nicht eingesetzt werden.
Die Wahrheit: Armee Einheiten, die in der Nähe von Delhi stationiert waren, hätten innerhalb von weniger als 12 Stunden Ruhe und Ordnung wiederherstellen können. Das systematische Töten ging aber für die nächsten drei Tage weiter. Die Armee wurde in den Kasernen gehalten, bis tausende von Sikhs getötet wurden - in Delhi allein über 3100.

Die Regierung: Wir versuchten den Überlebenden zu helfen.
Die Wahrheit: Die Flüchtlingscamps waren in einem menschenunwürdigen Zustand. Versicherungsansprüche wurden nicht aufrechterhalten. Minimale oder gar keine Entschädigungen waren die Antwort. Die Überlebenden werden allein gelassen.

Die Regierung: Sikhs sollten vergessen und nach vorne schauen.
Die Wahrheit: Nach 10 Untersuchungskommissionen sind die Verantwortlichen dieses Genozid frei. Einige von Ihnen sind einflußreiche Politiker. Überlebende, Witwen und die damaligen Waisenkinder, die dieses Verbrechen miterleben mussten, leben mit diesen Erinnerungen und Auswirkungen.
(Quelle: Basics of Sikhi, Sikh Youth United Kingdom, massviolence.org, diverse Sikh Organisationen, Kommissionsberichte und Menschenrechtsreporte etc.)

1984 Sikh's Kristallnacht

"Völkermord ist eine Straftat nach internationalem Gesetz" - UN Genocide Convention, 1948 (PDF in Englisch von Parvinder Singh)

Karte von getöteten Sikhs in Indien

Offizielle und inoffizielle Zahlen von getöteten Sikhs in Indien.

Indian Express
8 phases of Genocide
Interview mit Darshan Kaur (Überlebende des November Genozid 1984)
Remembering November Genozid 1984:
8 phases of Genocide
Interview with Giani Puran Singh Ji

DELHI 1984:
Riot or Genocide? (Englisch)
Riot Genocide?
8 Stadien eines Genozids, mit Bhai Harjinder Singh
8 Stadien eines Genozids, mit Bhai Parmjeet Singh (Punjabi)
8 phases of Genocide
Parmjeet Singh's Ansprache während des Seminars (Punjabi)

Indian Government Organized Carnage
Nov. 1984

Weitere Informationen, Bücher und Manuskripte zu dem Sikh Genozid von 1984 finden Sie in der Bibliothek:

SIKH GENOCIDE LIBRARY

Die Zeit nach 1984 war gekennzeichnet durch religiöse und ethnische Verfolgungen gegenüber Sikhs. Aber auch das Aufkommen von militanten Sikh Bewegungen, die die Antwort auf 1984 und die darauffolgenden Jahre waren. Einige dieser Gruppen wurden vom Staat finanziert und eingesetzt.

Ram Narayan Kumar stellt bemerkenswerte Einzelheiten in der Arbeit eines Staates dar, der danach strebte, die "gesamte Sikh-Bevölkerung" zu diskreditieren. Hier wird ersichtlich, wie schwer eine Differenzierung für Aussenstehende ist, um zu einem klaren und objektiven Bild der Verflechtungen und Hintergründe in dieser Zeit zu gelangen. Ram Narayan Kumar, ein bekannter Researcher und Co-Founder des Committee for Coordination on Disappearances in Punjab (CCDP), schreibt:

"Meine eigenen Nachforschungen über Punjab... machen deutlich, dass die staatlichen Dienste dabei waren, ein aufmerksames Umfeld zu kreieren, um die Sikh Bewegung zu infiltrieren und ein Klima von moralischer Abscheu gegen die Sikhs zu generieren, indem sie grässliche Straftaten begannen, die dann später den bewaffneten Sikh Gruppen angehängt wurden".

Publikationen von Ram Narayan Kumar:
* The Sikh Struggle: Origin, Evolution and Present Phase (Chanakya Publications, Delhi, 1991)
* Confronting the Hindu Sphinx (Ajanta Publication, New Delhi, 1991)
* The Sikh Unrest and the Indian State: Politics, Personalities and Historical Retrospective (Ajanta Publications, New Delhi, 1997)
* Four Years of the Ceasefire Agreement between the Government of India and the National Socialist Council of Nagalim
* Promises and Pitfalls (Other Media Communications, New Delhi, 2002)
* India’s Constitutional Discourse: Some Unanswered Question
* Rights Guarantees and Judicial Wrongs: Arguments for an Appraisal in Recasting Indian Politics, ed. Paul Flather (Palgrave, London)
* Critical Readings in Human Rights and Peace (Shipra publications, New Delhi, 2006.)
* Terror in Punjab: Narratives, Knowledge and Truth (Shipra Publications, Delhi, 2008).
* ‘Reduced To Ashes’, a compilation of about 600 cases of human rights violations in the state.
This report prompted the National Human Rights Commission to take cognizance of the large scale custodial disappearances and deaths in Punjab during that decade (Anjuman Ara Begum).

Militante Gruppen, wie Babbar Khalsa wurden aus Reihen der Akali Dal von Harchand Singh Longowal & Badal unterstützt, als auch von Teilen der Congress Partei. Während der SGPC Wahl 1979 unterstützte Zail Singh (Congress) z.B. "Dal Khalsa" Kandidaten in Chandigarh. Nach einem mehrjährigen Ban, kann Dal Khalsa, ohne Probleme nach Indien einreisen, um dort ihre "Khalistan Rallys" abzuhalten, wobei die führenden Parteien - Congress, BJP und Shiromani Akali Dal - sich ausdrücklich für die Einheit Indiens gegen Khalistan aussprechen. Zur selben Zeit, wird ein junger Sikh Student, der Handzettel für Khalistan im Punjab verteilt, "bis Stufe 3 gefoltert."
Dieser "doppelte Maßstab" entzieht sich jeder logischen Grundlage. Menschenrechtler, wie R. Singh Sandhu, der sich nicht für Khalistan einsetzt, sondern für Menschenrechte, wurde die Einreise nach Indien verweigert.

Inwieweit andere militante Gruppen, wie Khalistan Tiger Force, Khalistan Liberation Force, Bhindranwale Tiger Force etc. unabhängig, bzw. von den verschiedenen In- und Ausland Geheimdiensten infiltriert und unterstützt worden sind, bleibt für die Aussenwelt weitgehend unbeantwortet. Im Jahr 1992 wird folgendes bekannt:

July 30, 1992
Gurjant Singh Budhsinghwala killed in Model Town, Ludhiana. He was one of the top Sikh militants (Khalistan Liberation Force). He was responsible for attack on "Gurcharan Singh Thora". Parkash Badal has attended his Bhog ceremony.

Hier stellt sich die Frage:

Warum der Ministerpräsident des Punjab, die Beerdigung eines "Top Militanten", der mit "Khalistan Liberation Force" auf der Black List als Terrororganisation geführt wird, besucht und
warum derselbe Ministerpräsident an der Beerdigungszeremonie von "Sukhdev Singh Babbar" (Babbar Khalsa) teilnimmt, bleibt hier unbeantwortet.

Sukhdev Singh Babbar war eng mit Harchand Singh Longowal befreundet und wurde "gegen" Jarnail Singh Bhindranwale "eingesetzt". Es war Sukhdev Singh Babbar, der einen Disput mit Jarnail Singh Bhindranwale wegen Geld anfing.
Die zahlreichen politischen und geheimen Verwicklungen, wie Ram Narayan Kumar feststellte, zeigen ein bemerkenswertes Netz von politischen Strategien auf, um die Sikh Gemeinden von innen heraus zu destabilisieren, sie zu spalten und zu kontrollieren.

Gurcharan Singh Thora und Badal (beide SAD) waren lebenslang Gegner in der selben Partei. Beide bezichtigten sich jahrelang immer wieder "Congress Agenten und Verräter des Sikh Panth" gewesen zu sein. Thora überlebt die Attacke von Khalistan Liberation Force Anführer Gurjant Singh Budhsinghwala, der, wie sich später herausstellen sollte, mit Badal und Harchand Singh Longowal befreundet war. Warum der SGPC Präsident Gurcharan Singh Thora (Akali Dal), die kommunistische Partei (CPI) und deren Kandidaten unterstützte, wie Harkrishan Singh Surjeet, zeigt ein Bild, der zahlreichen Facetten und Doppelrollen in der Punjab Politik auf. Im Jahr 2001 werden Dokumente veröffentlicht, in denen bekannt wird, dass Moskau die kommunistische Partei CPI im Punjab sponserte. Badal und Thora vereinigen sich erneut im Jahr 2003. Thora wird am 26.07.2003 von Badal zum SGPC Präsidenten und zum Panth Rattan ernannt.

September 19, 1992
The slain chief of Khalistan Liberation Force Gurjant Singh Budhsingwala was a close ally of former Akali chief minister, Mr. Parkash Badal. This disclosure was made by the chief Minister Beant Singh (Congress) at the famous fair of the Malwa at Chhapar on Monday.
(Quelle: Sikh Struggle for Survival)

Ministerpräsident Beant Singh wurde selbst bekannt durch seine jahrelangen aussergerichtlichen Festnahmen, Folterungen und Tötungen (TADA Gesetze), die die Punjab Polizei gegenüber der Sikh Bevölkerung - im Namen der staatlichen Ent-terrorisierung vornahm. Er wird am 31. August 1995 von Dilawar Singh, Satwant Singh und Jagtar Singh (alles ehemalige Polizeibeamte) für die zahlreichen "Fake Encounter", in denen Tausende unschuldiger Sikhs getötet wurden, umgebracht. KP Gill war Beant Singh´s DGP Punjab - siehe dazu: Der Fall Jaswant Singh Khalra - 1995.

Die Lehre der Sikh Gurus ist rein. Sie sagt klar und deutlich aus, dass der Sikh (Khalsa) niemals zuerst angreifen darf. Er hat die Aufgabe, Notleidende, Schwache und Unterdrückte zu beschützen und zu verteidigen, wie sich selbst. "Unschuldige" zu töten (auch im Namen von Khalistan), entsprach und entspricht niemals der Grundlage der Sikhi. Blicken wir auf die ereignisreiche Historie der Sikhs zurück, wird dies bestätigt. Die Sikh Gurus und ihre Sikhs kämpften gegen Terror, gegen die Unterdrücker und Tyrannen und setzten sich für Liebe, Brüderlichkeit, Rechtschaffenheit, Wahrheit und Religionsfreiheit aller Menschen ein.

Rajiv Gandhi wird am 21. Mai 1991 in Tamil Nadu von einer Hindu Frau der Liberation Tigers of Tamil Eelam ermordet.

Along the way, he (Rajiv Gandhi) was garlanded by many Congress party workers and school children. At 22:21 the assassin, (Thenmozhi Rajaratnam, a Hindu woman) known as Dhanu, approached and greeted him. She then bent down to touch his feet and detonated an RDX explosive-laden belt tucked below her dress. Gandhi, his assassin and 14 others were killed in the explosion that followed.
(Quelle: Assasination Rajiv Gandhi)

Premierminister Manmohan Singh (Congress Partei) entschuldigt sich offiziell im Jahr 2005 beim Indischen Volk für die Ermordung von Indira Gandhi und für die Taten, die im November 1984 gegen die Sikh Bevölkerung in Delhi und in Indien stattfanden. Für den Angriff auf das zentrale Heiligtum dem Sri Harmandir Sahib Komplex und das Töten von über 5000+ unschuldiger Pilger im Juni 1984 entschuldigt sich niemand.