Die Sikh Religion
Eine Religion der universellen Brüderlichkeit - die fünftgrösste Weltreligion
Kernaussagen des Sikhglaubens
(Quelle: T-Series)
  • Die Sikhs glauben an Einen universellen Schöpfergott (monotheistische Religion).
  • Die Sikh Religion lehrt die Gleichheit aller Menschen und predigt, daß Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht vor den Augen Gottes alle gleich sind. Frauen und Männer haben in der Sikhlehre dieselben Rechte.
  • Sikhs respektieren alle Religionen.
  • Sikhismus lehrt das Recht auf Religionsfreiheit und Selbstbestimmung. Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne die Verurteilung oder unter dem Zwang/Konvertierung anderer.
  • Die Sikh Religion betont die tägliche Hingabe an die Verinnerlichung Gottes. Ein Sikh sollte sich bei allem was er oder sie tut, an Gott erinnern (Naam Japo-den Gottesnamen chanten und rezitieren). Naam Simran praktizieren (auf Naam mit dem Gurmantra/Namen Gottes Waheguru meditieren).
  • Ein Sikh sollte moralische Verantwortung und Rechtschaffenheit präsentieren, ein ethisches als auch wahrheitsgemässes Leben führen.
  • Die Sikh Religion lehrt den Dienst an der Gemeinschaft. Die primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs sollte es sein, den Armen, Notleidenden und Unterdrückten zu helfen.
  • Der Sikhismus lehnt den Polytheismus, Götteranbetung, Fasten, Rituale, Aberglauben und das Kastensystem ab.
  • Das Wort Sikh bedeutet im "Punjabi Schüler". Sikhs sind die Schüler Gottes, die den Schriften und Lehren der zehn Sikhgurus und dem Siri Guru Granth Sahib folgen.
  • Im Sikhismus ist der Konsum von Alkohol, Drogen und Tabak nicht erlaubt. Die grosse Mehrheit der Sikhs sind Vegetarier. Getaufte Sikhs (Amritdharis) sind Vegetarier.
  • Die 3 Grundprinzipien in der Sikh Religion

    Guru Nanak Dev lehrte drei fundamentale Grundlagen:

    • KIRAT KARO - Arbeite hart und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
    • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich bei allem, was Du tust an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realtität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru. (Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion und das Gurmantra).
    • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit anderen.

Was ist Sikhi?

Sikhi ist ein universeller Lebensweg zur Vereinigung mit Gott, der von Guru Nanak Dev gelehrt wurde.

Satguru Nanak Dev bot der Menschheit diesen Weg an, um das Leben durch Weisheit (Gyaan) zu verstehen und die Vereinigung mit Gott durch das Praktizieren von Naam Simran - Meditation und Kontemplation auf Naam, der Existenz Gottes mit dem Gurmantra Waheguru und Seva  (selbstlosen Dienst) durch die Gnade Gottes zu erreichen sei. Waheguru ist die Terminolgie für Gott und heisst wunderbarer Herr/Erleuchter, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit zerstört, und das Licht der Erkenntnis bringt. Naam beschreibt das dynamische, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes.

Naam wird ebenfalls als der Name des Herrn (Gott) beschrieben. Naam Simran im Willen Gottes zu praktizieren, beschreibt Satguru Nanak Dev in Pauri 25 im Sri Japji Sahib Band khalasi Bhane hoe. Sikhi ist ein unviverseller Weg, der auf den Lehren Guru Nanak Dev Ji´s gründet und von den nachfolgenden neun Sikhgurus fortgeführt wurde. Die Sikhlehre und die Weisheiten des Siri Guru Granth Sahib sind universell und somit offen und zugängig für jeden Menschen.

Was ist die Sikh Religion?
Die Entstehung der Sikh Religion

Die Grundlage der Sikh Religion, auch bekannt als Sikhismus wurde von Guru Nanak Dev vorgegeben. Bevor Guru Gobind Singh, der letzte Sikhguru in lebender Gestalt, 1708 von dieser Welt ging, ordnete Er an, daß die Heilige Schrift, der Siri Guru Granth Sahib, von nun an der ewiglebende Guru, die höchste spirituelle und religiöse Führung der Sikhs sein wird. In der Sikh Philosophie verweist das Wort Guru auch auf Gott. Gott und Guru werden synonym in der Gurbani (dem Wort Gottes/Gurus) in der Heiligen Schrift, dem ewiglebenden spirituellen Führer der Sikhs, bezeichnet. Die Gurbani ist das Wort Gottes/Gurus, dass die zehn Satgurus von Akaal Purakh/Waheguru empfangen und der Menschheit offenbart haben.

DerSiri Guru Granth Sahib ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, der Reine Shabad Guru, Jaagdi Jot, das ewig lebende Licht Gottes, der zu Lebzeiten Ihrer Verfasser geschrieben und zusammengestellt wurde. Der Sikhismus ist eine der großen Weltreligionen, die fünftgrößte Religion mit derzeit ca. 26 Mio. Anhängern. Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion, die ihren Ursprung während des 15. Jahrhunderts in der nord-westlichen Region des Punjabs auf dem indischen Subkontinent hat.

Die fundamentalen Glaubensvorstellungen des Sikhismus sind in der Heiligen Schrift, dem ewigen zeitlosen Führer (Guru) der Sikhs, dem Siri Guru Granth Sahib, artikuliert. Sie beinhalten: Vertrauen auf Gott, Naam Simran/Naam Meditation auf den Einen, transzendenten, allesdurchdringenden und omnipräsenten Schöpfergott mit dem Gurmantra Waheguru. Die Gemeinschaft und Gleichheit aller Menschen, selbstloser Dienst an der Gemeinschaft, das Streben sozialer Gerechtigkeit zum Wohle und Wohlstand aller, aufrichtiges Verhalten sowie Bestreiten des Lebensunterhalts aus eigener Kraft.

Die Sikh Religion entstand als sich Guru Nanak Dev in menschlicher Form von Akaal Purakh/Waheguru (Gott) auf dieser Welt manifestierte. Zu dieser Zeit herrschten die Pathana, eine islamistische Kaste, über die Region, später die Mogulen. Es war eine Zeit der politischen, religiösen und sozialen Unruhen. Zwei der Sikhgurus, der fünfte Sikhguru, Guru Arjan Dev und der neunte Sikhguru, Guru Tegh Bahadur, wurden von den Mogul Herrschern gefoltert und hingerichtet, nachdem Sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die beiden jüngsten Söhne des zehnten Sikhgurus, Guru Gobind Singh, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh, wurden lebendig in jungen Jahren eingemauert, als sie nicht zum Islam konvertieren wollten. Die islamische Ära der Hinrichtung von Hindus, Sikhs und anderen Glaubensrichtungen auf dem indischen Subkontinent, der Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Rechtschaffenheit erforderten Massnahmen. Die praktische und höchst vorbildliche Lebensweise der Sikhgurus sowie die Offenbarung der Gurbani deckten alle Aspekte der Vollkommenheit ab, sodass im Willen Gottes die Aufgaben an den Khalsa Panth, der Bruderschaft der Reinen, Souveränen und Makellosen, übergeben werden konnte. Der Khalsa Panth wurde auf den Willen Gottes - Akaal Purakh/Wahegurus - durch den zehnten Sikhguru, Guru Gobind Singh, erschaffen, um die Rechtschaffenheit, das Dharam, auf der Erde wiederherzustellen und diese aufrecht zu erhalten. Der Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen, steht für den Schutz aller Menschen gegen Unterdrückung und Tyrannei. Die Bruderschaft der Khalsa steht im Einsatz für die Religionsfreiheit und Selbstbestimmung aller.

Guru Nanak Dev etablierte das System einer kostenlosen Gemeinschaftsküche, genannt Guru Ka Langar, um die Notwendigkeit des Teilens und die soziale Gleichheit aller Menschen zu demonstrieren. Guru Nanak Dev hat damit ein friedvolles und sozial-gerechtes Miteinander unabhängig von Kaste, sozialem Status, Herkunft, Bildung, Geschlecht und Religionszugehörigkeit gestärkt, was zur damaligen Zeit gesellschaftlich, religiös und politisch revolutionär war. Guru Hargobind, der sechste Sikhguru, etablierte das Miri/Piri System, welches gleichwertig auf politisch/temporärer Ebene (Miri) und religiös/spiritueller Ebene (Piri) koexistiert. Guru Hargobind hat aus der Notwendigkeit heraus, nach der Anweisung seines Vaters, Guru Arjan Dev, eine Verteidigungsarmee aufgebaut, um die Menschen vor Unterdrückung, Tyrannei und Zwangskonvertierung zu beschützen. Die zukünftigen Krieger sollten die Qualitäten eines Sant - Heiligen - haben und die Qualitäten eines rechtschaffenden Kriegers in sich vereinen.

Der Begriff des Sant-Sipahi entstand in diesem Zusammenhang. Sant wird benutzt, um auf eine weise, wissende und rechtschaffende Person zu verweisen. Eine Person mit Erfahrung und Wissen über Gott und seine Schöpfung. Ein Sant vergisst nie den Namen Gottes (Waheguru), er lebt in Gottesfurcht und handelt im Willen Gottes. Sipahi bedeutet Krieger/Soldat, bereit zu sein, für einen rechtschaffenden Zweck zu kämpfen, die Rechtschaffenheit aufrechtzuerhalten, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen.

Die Grundlagen des Sikhismus basieren auf Naam Japo/Naam Simran (Rezitation und Meditation auf den Namen Gottes Waheguru (Gurmantra), Lobpreisung durch Shabad Kirtan (Singen und Musizieren der Heiligen Hymnen des Siri Guru Granth Sahib), Seva (selbstloser Dienst) und der Ausübung des Nitnem (der täglichen Sikhgebete). Dieses System etablierten die Sikhgurus, um die Anwesenheit Gottes zu spüren, sich mit Akaal Purakh Waheguru zu verbinden, um die Überwindung der Fünf Diebe/Fünf Feinde zu erlangen. Panj Chor: Lust, Wut, Habgier, emotionale Anhaftung und Ego.

Guru Nanak Dev lehrte:

Ein aktives, kreatives und bodenständiges Leben voller Aufrichtigkeit, Treue, Selbstbeherrschung und Reinheit zu führen, das über der metaphysischen Wahrheit steht. Der ideale Mensch sei ein Mensch , der die Vereinigung mit Gott erreicht, Seinen Willen (Hukam) erkennt, diesen Willen ausführt, und nach dem Willen Gottes lebt.

Ik Onkar - Nirgun Aspekt/Sargun Aspekt

Der Sikhismus weist darauf hin, daß es Einen universellen Schöpfergott - Ik Onkar gibt, der omnipräsent, allumfassend, alldurchdringend die gesamte Schöpfung und ihre unzähligen Universen kreiert hat und in allem existiert. Diese singulare Entität von Ik Onkar ist in zwei Kategorien unterteilt: dem Nirgun Aspekt und dem Sargun Aspekt

Gott im Nirgun Aspekt ist ohne Attribute, unmanifest, formlos, nicht sichtbar, dennoch alles durchdringend, omnipräsent, der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der Göttlichen Realität.

Gott wird in seinem Nirgun Aspekt in der Sikh Religion mit folgenden Terminologien beschrieben:

  • WAHEGURU wundervoller Herr/Erleuchter, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit zerstört, Licht und Wissen bringt - Guru: Gu heisst Dunkelheit, Ru, der die Dunkelheit zerstört und das göttliche Licht der Erkenntnis bringt.
  • AKAAL PURAKH Der ewige, zeitlose Eine, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
  • SATGURU Der Wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit.
  • SAT NAM Sein Name ist Wahrheit.

In seinem Sargun Aspekt ist Gott mit Qualitäten, Eigenschaften und Attributen ausgestattet. Er ist manifest, sichtbar, immanent in der gesamten Schöfpung, wiederzufinden in der Gurbani - in den Heiligen Hymnen und Versen des Siri Guru Granth Sahib. Sowie in der Verkörperung und Manifestation der zehn Satgurus auf Erden, die Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit waren.

Im Sikhismus verweist das Konzept Gottes auf WAHEGURU. Waheguru (Gott) - ist der Schöpfer und die Basis des Universums. Gott ist gestaltlos, zeitlos und unsichtbar - Niraṅkār, Akaal und Alakh. Am Anfang des ersten Textes der Heiligen Schrift, dem ewig lebenden Guru (Führer) der Sikhs, steht geschrieben, daß Gott omnipräsent mit unendlicher Kraft über Alles steht und dies durch den Begriff Ik Onkar - Es gibt nur einen universellen Schöpfergott - verdeutlicht wird. Die Sikhs glauben, daß vor jeder Schöpfung nur Gott und Shabad (Naam) existierte und durch Gottes Hukam (Gottes Wille) der gesamte Kosmos und die Schöpfung erschaffen wurde.

Das Konzept Gottes wird auch als Akaal Purakh (der ewige eine Schöpfergott, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist) und Nirankar (formlos) beschrieben. Guru Nanak Dev hat desweiteren erklärt, daß das Verständnis von Akaal  jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, doch zur gleichen Zeit nicht völlig unverständlich oder nicht zugängig sei. Akaal Purakh ist omnipräsent Sarav Viāpak in allen Schöpfungen und für die Weisen und spirituell Erwachten überall sichtbar. Guru Nanak Dev betonte, daß Gott durch das Innere Auge oder das Herz eines Menschen, das sich Gott öffnet, mit Gottes Gnade wahrgenommen werden kann. Der Kanal hierzu ist das Praktizieren von Naam Simran, der Meditation auf den Namen Gottes/Gurmantra Waheguru. Naam, die göttliche Existenz, Waheguru, Gurbani haben einen kosmischen Klang. Dieser wird als Naad - kosmische Klangschwingung bezeichnet. Durch das Praktiziern von Naam Simran und dem sich Verbinden mit der Gurbani - dem Heiligen Wort Gottes, wird diese Klangschwingung im eigenen Bewusstsein belebt und wahrgenommen.

Sing the Glorious Praises of the Immaculate True Lord forever, and the Immaculate Sound-current of the Naad shall vibrate within. (SGGS p. 121)
The Guru tells us: Repeating the Naam, the Unstruck Sound-current of the Naad resounds. (SGGS p. 1144)

Die Essenz der Sikh Lehre ist von Guru Nanak Dev in diesen Worten zusammengefasst:

Realisierung der Wahrheit ist höher als alles andere. Noch höher ist ein wahrhaftiges Leben.

Die Sikhlehre betont das Prinzip der Gleichstellung aller Menschen und lehnt Diskriminierung auf Basis von Kaste, Herkunft, Religion und Geschlecht ab. Die Sikh Prinzipien ermutigen zu einem Leben als Haushälter.

Das Ik Onkar Symbol in der Sikh Religion bedeutet:
Ik - eins und Onkar - universeller Schöpfergott Es gibt nur einen universellen Schöpfergott.

Das Khanda Symbol in der Sikh Religion: Das Khanda Symbol ist eines der wichtigsten Symbole im Sikhismus. Die Sikh Flagge (Nishan Sahib) beinhaltet das Khanda Zeichen. Es ist eine Kollektion von vier Waffen. Im Zentrum steht das zweischneidige Schwert, das die kreative Kraft Gottes, das gesamte Universum und das Schicksal des Universum repräsentiert. Das Khanda steht für göttliches Wissen, seine Klingen trennen die Wahrheit von der Falschheit. Die Bedeutung der zwei Krummschwerter: das erste Schwert steht für die politisch/weltliche Führung (Miri), das zweite Schwert symbolisiert die spirituelle/religiöse Kraft (Piri). Im Inneren der zwei Schwerter um das Khanda befindet sich ein Kreis, der Chakkar genannt wird. Zwischen beiden - Miri und Piri - muss ein Gleichgewicht bestehen, dies wird durch den inneren Kreis symbolisiert, der die gesamte göttliche Manifestation umfasst, der die Anfangs- und Endlosigkeit als auch die Perfektion Gottes und seiner Zeitlosigkeit dargstellt.

                        

Mool Mantra

Das Mool Mantra ist das fundamentale Gebet in der Sikh Religion, welches Guru Nanak Dev von Akaal Purakh Waheguru empfangen und der Menschheit offenbart hat. Das Mool Mantra beschreibt und fasst das gesamte Konzept der Sikhlehre zusammen. Das Mool Mantra ist so, wie es am Eingang des Sri Harmandir Komplex steht (bis Nanak hosee bhee sach), vollständig.

ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕਾਖਾਲਸਾ ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕੀਫਤਹਿ॥
ੴ ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਨਿਰਵੈਰੁ ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ॥
॥ ਜਪੁ ॥
ਆਦਿਸਚੁ ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ॥ ਹੈਭੀਸਚੁਨਾਨਕਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥
Es gibt nur einen omnipräsenten Schöpfergott. Ik Onkar
ਸਤਿਨਾਮੁ Sein Name ist wahr. Satnam
ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ Er ist der Schöpfer aller Manifestationen, alldurchdringend. Karta Purakh
ਨਿਰਭਉ Er ist ohne Furcht. Nirbhao
ਨਿਰਵੈਰੁ Er ist ohne Feindschaft. Nirvair
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ Er ist unsterblich. Akal Murat
ਅਜੂਨੀ Gott ist jenseits von Geburt. Ajuni
ਸੈਭੰ Er ist selbstexistierend - selbsterleuchtend. Saibhang
ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ Er wird durch die Gnade des wahren Gurus realisiert. Gur prasad
॥ ਜਪੁ ॥ Rezitiere Seinen Namen. ॥ Jap ॥
ਆਦਿਸਚੁ Er existierte von Anbeginn an. Aadh sach
ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ Er existierte vor Seiner Schöpfung. Jugaadh sach
ਹੈਭੀਸਚੁ Er ist hier und jetzt allgegenwärtig. Hai bhee Sach
ਨਾਨਕਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥ Guru Nanak Dev sagt, Gott wird für immer und ewig existent und wahr sein. Nanak hosee bhee Sach ॥1॥

Der Sinn des Lebens in der Sikhi

Gemäß Guru Nanak Dev ist der höchste Sinn des menschlichen Lebens, sich mit Gott - Akaal Purakh/Waheguru zu vereinigen. Die fünf Feinde - die Panj Chor (Lust, Zorn, Gier, Emotionale/materielle Anhaftung und das Ego), sind die bindenden Eigenschaften der Maya (Scheinwelt/Illusion). Die Fünf Feinde sind die größte Hürde, um die Vereinigung mit Gott zu realisieren. Durch Befolgen der Lehren der Sikhgurus, sich sets an Naam zu erinnern, die Realität, Existenz und Allmacht des Schöpfers zu vergegenwärtigen, auf Waheguru zu meditieren, Naam Simran, erreicht der Gläubige einen reinen Geist, Stärke und Festigkeit und kann durch die Gnade Gottes die fünf Feinde transzendieren und eins werden mit dem Schöpfer.

Guru Nanak Dev bezeichnete das Wort Guru als die Stimme der Seele - die Quelle der Weisheit und die Führung zur Vereinigung mit Gott. So wie Ik Onkar universal immanent ist, ist der Guru nicht von Akaal Purakh zu unterscheiden. Beide sind ein und dasselbe. Man verbindet sich mit Guru nur durch ständige selbstlose Suche nach der Wahrheit.

Schließlich realisiert der Suchende, daß es das eigene innere Bewußtsein ist, welches den Ursprung in Gott hat. Der menschliche Körper ist nur ein Mittel um die Vereinigung mit der Wahrhaftigkeit (Gott) zu erreichen. Sobald die Wahrheit - Gott - im Herzen einer Person zu erstrahlen beginnt, der Geist sich Waheguru vollständig ergeben hat, offenbart sich die Essenz Gottes und seiner gesamten Schöpfungsmechanismen.

Maya - Fünf Diebe (Panj Chor) und die Überwindung

Maya, wird als eine temporäre Illusion oder Unwirklichkeit definiert. Sie ist eine der grundlegendsten Ablenkungen bei dem Vorhaben Gott zu erreichen. Dort, wo weltliche Anziehung und Verhaftung dem Menschen temporäre Befriedigung geben (Freude als auch Leid), wird der Suchende im Prozess der Hingabe zu Gott aufgehalten. Guru Nanak Dev betont, dass die Maya nicht als eine Referenz zur Unwirklichkeit der Welt anzusehen sei, sondern aufgrund ihrer bindenden Eigenschaften, die sie repräsentiert. Sobald der Mensch von Gott, vom Namen Gottes getrennt ist, kann die Maya durch die fünf Feinde noch stärker agieren und neues Karma wird akkumiliert.

Fünf Diebe/Feinde (Pānj Chor) im Sikhismus

Im Sikhismus sind die Einflüsse von Lust, Zorn, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego als die Fünf Feinde (Pānj Chor) bekannt, von denen man weiss, daß sie den Weg zu Gott erschweren. Die bindenden Eigenschaften der fünf Feinde und die damit verbundenen Auswirkungen können für den Menschen sehr schmerzhaft sein. Sikhs glauben, daß sich die Welt momentan in einer Phase des Kali Yuga befindet. Das Kaliyuga ist das Zeitalter der Dunkelheit, wo die Welt durch die Liebe zur Dualität und die Verhaftung an die Maya die Einheit mit Gott verhindert. Das Schicksal der Menschen, die den Fünf Feinden ständig ausgeliefert sind, resultiert in einer zunehmenden Trennung zu Gott, was zu noch mehr Dualität, Verlust von Frieden, Liebe, Mitgefühl, Respekt, Rechtschaffenheit führt. Handlungen, die sich gegen das göttliche Naturgesetz richten, häufen neues Karma auf individueller als auch auf kollektiver Ebene an. Um den schwer zu kontrollierenden Geist zu bändigen, ihn von den Millionen von Eindrücken der Lebenszyklen zu reinigen, ihn von der Anhaftung an die Maya zu befreien, die Fünf Feinde zu transzendieren, wird dem Aspiranten in der Sikh Religion der Name Gottes (Waheguru) als Medizin verabreicht.

Naam is the all-curing medicine and Naam is the act of atonement. The Name of the Lord, God, is the Support of the soul and the breath of life. (Raag Gauri, Ang 184, SGGS)

Mit der Wiederholung des Gottesnamens beginnt der Geist eine Verbindung zu Gott aufzubauen. Der Geist beginnt sich nach Gott zu sehnen, er nimmt die Existenz und die Qualitäten des Schöpfers immer mehr in seinem eigenen Bewusstsein wahr.

Of all religions the best religion is to repeat the Lord's name. This alone is the most pious of deeds. Parabh kaa simran sabh tay oochhaa, parabh kai simran udhray moochaa.(Gauri Sukhmani, Guru Arjan Dev, Seite 263)
  • Kaam       Lust
  • Krodh      Zorn
  • Lobh        Gier
  • Moh         Emotionale/materielle Anhaftung
  • Hankaar  Ego (auch als Haumai bekannt)
Fünf Tugenden im Sikhismus

Die Fünf Tugenden werden durch die Verankerung im Namen Gottes (Waheguru) im menschlichen Bewusstsein erweckt und manifestiert. Somit ist der Weg der Sikhi einmalig.

  • Sat          Wahrhaftigkeit
  • Daya       Mitgefühl
  • Santokh  Zufriedenheit
  • Nimrata  Demut, Wohlwollen, Bescheidenheit
  • Pyar        Liebe zu Gott und seiner Schöpfung
System der Sikhgurus

Ein Leben in Hingabe an Waheguru Gott zu leben, eine optimistische Grundeinstellung Chardi Kala zu behalten, dem Willen Gottes zu folgen Hukam, sich stets an Gott zu erinnern, Naam Jappo, Naam Simran zu praktiziern, Shabad Kirtan zu singen, die Ausübung der Sikhgebete/Nitnem und sich selbstlos in der Gemeinde engagieren Seva, wird einem die Kraft geben, die Einflüsse der Fünf Feinde zu minimieren und sie eines Tages mit der Gnade Gottes zu überwinden, um die Einheit mit Akaal Purakh Waheguru zu erreichen. Die Sikhs glauben, daß die Gemeinschaft des Saadh Sangat die Heilige Versammlung im Gottesdienst der Sikhs, einer der Schlüssel ist, sich mit Gott zu verbinden.

Guru Nanak Dev's Ideal ist das Öffnen seiner Selbst zum göttlichen Namen und die Anpassung an das Dharam, Rechtschaffenheit. Dies ist die Göttliche Anweisung/Auftrag (Hukam). Guru Nanak Dev beschrieb das Ergebnis der disziplinierten Anwendung von Naam Simraṇ als ein

Wachsen in Richtung Gott

Die letzte Ebene ist Sach Khand (Das Reich der absoluten Wahrheit und Ewigkeit, die höchste spirituelle Ebene) - die endgültige Vereinigung mit Gott.

Karma im Sikhismus

Im Sikhismus wird das Karma durch das Konzept von Gottes Gnade Nadar, Mehar, Kirpa, Karam etc. verändert.
Guru Nanak Dev sagt:

Der Körper wird aufgrund von Karma geboren, aber Erlösung wird nur durch die Gnade Gottes erreicht.

Reinkarnation im Sikhismus

Im Japji Sahib, welches von Guru Nanak Dev verfasst wurde, werden fünf Disziplinen aufgeführt, die den Menschen aus dem Rad der Reinkarnation (der Wiedergeburt) herauslösen:

  • Dharam: Das Reich der Rechtschaffenheit, spirituelles Gesetz. Pflicht und Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen, ein moralisch rechtschaffendes Leben zu führen.
  • Gyan: Das Reich des Wissens/Weisheit - Wissen über Gott und Seine Schöpfung zu erlangen.
  • Saram: Das Reich der Demut - Reinigung des Geistes durch Anstrengung und Bemühen.
  • Karam: Das Reich der Gnade - Selbstlosigkeit führt zu Göttlicher Gnade und Stärke des Geistes.
  • Sach: Das Reich der absoluten Wahrheit und Ewigkeit - die höchste spirituelle Ebene.

Khand (bedeutet Ort), Dharam, Gyan, Saram, Karam und Sach verweisen auf die Ethik von der Wurzel bis hin zum Thron des Allmächtigen.

Sikhs verweisen auf die Hymnen der Gurus als Gurbani (das Heilige Wort Gottes/Guru). Shabad Kirtan  ist das Singen von Gurbani. Die gesamten Verse des Siri Guru Granth Sahib sind in einer Form von Poesie und Reim verfasst, um in 31 Raags rezitiert zu werden. Guru Nanak Dev begann die Shabad Kirtan Tradition und lehrte das Praktizieren von Kirtan. Ebenso ist das Hören von Shabad Kirtan ein kraftvoller Weg, um innere Ruhe und eine meditative Haltung zu erreichen. Den Einen Universellen Schöpfergott mit Hingabe zu besingen, die Gurbani zu rezitieren, ist ein effektiver Weg, um in Einklang mit Akaal Purakh/Waheguru zu kommen.

Meditation und Kontemplation ist fruchtlos ohne Dienst und Taten

Die Sikhs haben gelernt, daß selbstloser Dienst Seva und wohltätige Arbeit  den Gläubigen dazu befähigen, die fünf Feinde, zu denen auch das Ego zählt, zu bändigen.

In der Sikh Religion gibt es drei Formen von Dienst:

  • Tan - physischer Dienst
  • Man - mentaler Dienst
  • Dhan - materieller Dienst

Guru Nanak Dev betonte Kirat Karō: ein Sikh sollte aufrichtig seinen Lebensunterhalt verdienen und einen Ausgleich zwischen Arbeit, Anbetung und Nächstenliebe herstellen und die Menschenrechte aller verteidigen. Sikhs werden ermutigt ein Chardi Kala, eine optimistische Sicht des Lebens, aufrecht zu halten. Die Sikhlehre zeigt ebenfalls das Prinzp des Teilens, Waṇḍ Chakko, mit dem Angebot einer Freiküche in den Sikh Gurudwaras (Langar), Spenden für Wohltätige Zwecke, sich für das Wohl der Gemeinde durch selbstlosen Dienst (Seva) einzusetzen, gehört zu den Grundlagen der Sikhlehre.

Die Sikh Religion sieht Gerechtigkeit als höchstes Gut der moralischen Ordnung an. Das Wort im Punjabi, welches dies verdeutlicht, ist Niau (Gerechtigkeit). Das Wort Dharam (Rechtschaffenheit) wird auch benutzt, um Gerechtigkeit zu vermitteln im Sinne einer moralischen Ordnung. Ein Angriff auf Dharam ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit, auf die Rechtschaffenheit und damit auf die moralische Ordnung.

Im Sikhismus gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jede Sikhfrau und jeder Sikhmann kann den Gottesdienst leiten.

Gurudwara, das Gebetshaus der Sikhs

Das Gebetshaus der Sikhs wird in Gurmukhi als Guru-duara bezeichnet. Der Gurudwara oder Gurdwara ausgesprochen, ist der Toreingang zum Guru/zu Gott. Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden, ungeachtet seiner Herkunft, seines Geschlechts oder seines Glaubens. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Essen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikhgemeinde dar und Pangat die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar ist das Symbol zur Verwirklichung von Gleichheit und Brüderlichkeit. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt.

Vor dem Betreten des Gurudwaras wäscht sich der Besucher die Hände (optional die Füsse) und bedeckt den Kopf mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Unter Gurudwara Protokoll können Sie weitere Verhaltensregeln und den Ablauf eines Gottesdienstes in der Sikhgemeinde nachlesen.

Abschließend

Als Guru Nanak Dev in die Welt hinausging, um die Botschaft Gottes, Akaal Purakh/Wahegurus im Kaliyuga (dem dunklen Zeitalter) zu verbreiten, wurde Guru Nanak Dev als Satguru, die Manifestation Gottes auf Erden, bezeichnet. Er selbst, wie alle neun nachfolgenden Sikhgurus haben sich stets als Diener Gottes und der Menschheit angesehen. Der Ursprung des Sikhismus liegt ausschliesslich in den Lehren von Guru Nanak Dev und den neun Satgurus. Guru Nanak Dev lehnte bereits in jungen Jahren das Konzept des Hinduismus ab. Auch folgte er nicht der islamischen Religion. Orientalisten, Brahmanisten und westliche Gelehrte schreiben oft, daß der Sikhismus von der Bhakti Bewegung/Santtradition des Hinduismus abstammt oder eine Synthese aus dem Hinduismus und Islam sei, dies ist nicht korrekt. In diesen Analysen und Beschreibungen wurden nur sehr wenige Sikhgelehrte (Gyanis), Sikhhistoriker und Wissenschaftler mit einbezogen. Die Sikhlehre teilt einen wichtigen Aspekt mit dem Bhakti Movement, dem der liebevollen Hingabe zu Gott, aber weder Kabir noch die Santtradition des Bhakti Movements sind die Gründer der Sikh Religion. (Detailierte Vergleichsanalyse folgt).

Die Sikh Religion ist demnach keine Synthese aus dem Hinduismus und Islam, noch gehört sie als eine Untergruppierung zum Hinduismus. Auf sozio-kultureller als auch auf historisch-religiöser Ebene ist die Sikh Relgion eine distinkte, in sich völlig eigenständige Religionsgemeinschaft, basierend auf den Lehren Guru Nanak Dev´s und den neun Sikhgurus. Alle Gebete, Sikhzeremonien, wie die Namensgebung, Heirat, Tod, die Amrittaufe in den Khalsa Panth, das Gründen eines eigenen Gurmukhialphabets, das Meditieren auf Naam mit dem Gurmantra Waheguru, das Singen von Shabad Kirtan, sind zu Lebzeiten der Sikhgurus für Ihre Sikhs verfasst und etabliert wurden.